Winterbauhütte

Winterbauhütte 2026 – Ein Baustellenrundgang

Was war das für eine Winterbauhütte! 34 Baustellen und 155 Teilnehmer! Bei so viel Arbeit und Gewusel schafft man es nur selten, sich alle Baustellen anzusehen. 

Hier wäre nun die Gelegenheit, mich auf einem Rundgang zu begleiten. 

Nur schnell die Kamera klarmachen und - besonders wichtig - den Süßigkeiten-Eimer mit Schnüren, Hasen, Gummifrüchten und ähnlichem Zuckerzeug befüllen. Manche Bauhelfer fangen direkt nach dem Frühstück mit Naschen an. 

Wir starten draußen am Burgberg. Hier werden die Obstbäume geschnitten und der Weinberg bekommt einen Rebschnitt. Das Gestrüpp um den Zaun herum wird ebenfalls zurechtgestutzt. 

Auf dem Weg Richtung Enno laufen wir über den Zeltplatz, und hier sowie am Amphitheater wird ebenfalls Grünzeug geschnitten. Dann geht es zum Backhaus, und hier wurde die Backofentür repariert. An der Sommerküche fällt auf, dass der Küchenblock merkwürdig entblößt dasteht. Was das wohl soll?

Hinterm Enno schlittern wir den steilen Pfad hinunter, öffnen eine Tür und entdecken, dass durch den kompletten Keller von einem Ende des Gebäudes bis zum anderen ein Stromkabel für den Server gezogen wurde. 

Bei den Holzschuppen am anderen Ende hinterm Enno wird tüchtig gesägt und gehackt, um das Holzlager für 2027 vollzukriegen. 

Jetzt aber schnell in die Holzwerkstatt, denn im Gegensatz zu draußen ist es hier kuschelig warm. Hier entstehen Rollbretter für den Nartensaal, damit man dort die gestapelten Stühle leichter verräumen kann. Außerdem wird aus dicker Kirsche ein Ständer für den Burgbass gebaut. Nebenan im MuFu löst sich das Rätsel um die Sommerküche: die beiden großen Arbeitsplatten aus Eiche liegen hier am Boden und werden abgeschliffen und anschließend geölt.

Nun geht es rüber zur Metallwerkstatt. Hier ist die Werkzeugausgabe. Und hier gibt es jetzt einen Stahlschrank (der hat vorher auf dem Ziviflur gelebt) zur Aufbewahrung der Maschinen-Akkus. Das ist nicht nur ordentlich, sondern auch brandschutzkonform. Außerdem wurde der Rasenmähertraktor repariert. Und während wir grad da sind, wird auch Öl in den Burgbus nachgekippt.

Als nächstes gehen wir zur Hauswirtschaft. Neben dem Eingang wird ein neues Kellerfenster eingebaut, das als Einwurf für die gebrauchte Bettwäsche dienen soll. Die Rutschfläche funktioniert aber auch einwandfrei mit Süßigkeiten. Apropos, wir müssen auffüllen. Der große Naschvorrat steht in der Hauswirtschaft, aber ich sag nicht, wo. In der -2 (Minus Zwei) wird das Lager mit Waren und Küchenutensilien umgeräumt und neu sortiert. Außerdem wird eine Öffnung in der Decke des Kiosklagers geschlossen und eine Revisionsklappe eingebaut.

Zwischendurch begegnen mir immer mal Leute, die mit ihrer Arbeit überall in der Burg unterwegs sind. So werden z.B. Sicherungskästen gereinigt und Leerdosen gesichert.

Als nächstes gucken wir mal, was im Meißnerbau los ist. Hier wird das Treppenhaus gestrichen, und zwar zur Abwechselung komplett einschließlich Decke. Wir mögen Herausforderungen. Im Hanstein- und Bilsteinflügel ist es eher ruhig, aber auch hier geschehen Dinge: in den Zimmern hängen jetzt gerahmte „Burgbilder des Monats“.

Es wird mal wieder Zeit für frische Luft und wir gehen vor zur Werrabühne. Dort ist zwar grad niemand, aber mir wurde verraten, dass hier die Abzweigdosen für die Außenbeleuchtung mit Harz vergossen wurden, um sie wasserdicht zu machen. Klingt einleuchtend. Süßigkeiten werden wir hier nicht los; aber schöne Aussicht.

Durch das Tor betreten wir den Burghof, und dem merkt man deutlich an, dass in drei Vierteln der Kernburg heftig gearbeitet wird. Am auffälligsten ist wohl die gelbe Schuttrutsche, die vom Ziviflur in den Hof führt und fleißig benutzt wird. Aber erstmal geht es in den Seitenbau, wo auch das Treppenhaus gestrichen wird. Außerdem steht in der oberen Etage jemand auf einer Leiter und tauscht Lampen. Dann wieder raus in den Burghof und über das Kaminzimmer (Huch, eine baustelleninterne Baubesprechung!) in den alten Zivi-Flur. Der Eindruck ist überwältigend. Alle nichttragenden Wände wurden zurückgebaut. Der Flur hat viel weniger, dafür aber viel größere Räume. Man möchte direkt einziehen. (Wie? Brandschutz? Fluchtwege…? Ach, Mist.)

Am anderen Ende des Flures geht es runter in die Buchhaltung, und hier ist Sackgasse. Der Fußboden wurde geschliffen und geölt, da wollen wir nicht drüberlatschen. Also zurück durch das Ergebnis fröhlicher Destruktivität in den Burghof. 

Wo waren wir denn noch nicht? Im Telefonflur! Hier werden Decke und Wände weiß gestrichen und der Türrahmen zur Besenkammer rot lackiert. Und der Zweiburgenblick ist jetzt grün (oder hab ich das geträumt?).

Nun ist der Speisesaal mit seiner Präzisionsbaustelle dran (hat hier jemand Spaltmaß gesagt?). An die Decke werden Akustikplatten geklebt, die dafür sorgen sollen, dass man nicht mehr bei jeder Mahlzeit einen Hörschaden fürchten muss. Tatsächlich ist die Geräuschkulisse mit fortschreitenden Arbeiten gedämpfter. Dafür hört man leider auch nicht mehr den Gossip am Nachbartisch. 

Eigentlich wollte ich in den Mittelbau hoch, aber warum ist mein Eimer schon wieder fast leer?! Also erstmal in die Hauswirtschaft zum Auffüllen und dann durch die Küche, wo - wer hätte das gedacht - für uns alle gekocht und gespült wird (und aus irgendeinem Grund zu jeder Tageszeit Zwiebeln geschnitten werden).

Wo wollte ich hin? Stimmt, Mittelbau. Durch die Klönecke. Auf der Treppe im Mittelbau steht ein Gerüst, da kommen wir nicht durch. Ach, ich habe ja das Europazimmer am Ende des Meißnerbauflures vergessen. Also erstmal dorthin, wo wir schonmal auf der Ebene sind. Am Ende des Fledermausgangs ist die Tür mit einem Baustellenwarnschild versehen, aber ich besteche die Person, die dahinter arbeitet, mit Süßigkeiten und wir dürfen passieren. Im Europazimmer und in der 404 werden Zierfutter um die Fensterlaibung eingebaut und lackiert. 

Jetzt aber endlich in den Mittelbau. Da auf der Treppe immer noch ein unbestechliches Gerüst steht, gehen wir wieder durch den Speisesaal („Süßigkeiten!!“), wo es seit eben deutlich zugiger geworden ist, was daran liegen könnte, dass das Fenster-und-Türen-Team gerade hier ist und seinen Aufgaben nachgeht, welche darin bestehen, alle Fenster und Türen der Burg auf Funktionalität zu prüfen und einzustellen. Das Lüften ist nur ein Nebeneffekt. 

Mittelbau! Man hat den Eindruck, als sei die Hälfte der Teilnehmerschaft hier konzentriert. Das Treppenhaus wird gestrichen, und deshalb steht das Gerüst auf der Treppe. Aber fangen wir doch ganz oben an. In Zimmer 233 muss der Trockenbau an Wand und Decke erneuert werden, weil es einen Wasserschaden gegeben hatte. Bei der Gelegenheit wurde auch ein Schaden an der Abwasserstrangbelüftung entdeckt und repariert. 

Eins tiefer betreten wir den Malteserflur. „Nicht auf die blaue Linie treten!“ steht an der Tür. Welche…? Ach, ist nicht mehr wichtig, sagt man uns. Hier wird neuer Fußboden gelegt, Klick-Vinyl in Holzoptik, aber natürlich erst, nachdem zwei Schichten altes Linoleum sowie eine Menge alter, harter Kleber die Burg verlassen haben und der Untergrund vorbereitet wurde. 

Noch eine Treppe tiefer, in Zimmer 214, gab es ein Malheur bei der Installation einer neuen Spiegelleuchte, weil jemand eine überraschend quer verlaufende Stromleitung getroffen hat. Macht nichts, das wird wieder in Ordnung gebracht.

Haben wir jetzt alles? Nein, in verschiedenen WCs wurden die Urinalsiphons getauscht, höre ich. Bitte nur mit sauberen Händen in den Süßigkeiten-Eimer fassen! Und jemand hat alle möglichen Schrauben an allen möglichen Stühlen und Tischen nachgezogen. Habe ich Baustellen vergessen? Vielleicht. Haben wir Feierabend? Natürlich nicht. Auch am Nachmittag wollen all die fleißigen Menschen mit Süßkram versorgt werden. Und nicht nur heute, sondern an jedem Bauhüttentag. Ich freu mich auf Euch. Und ich verrate nicht, wer am meisten gefuttert hat. 

Katja


Bericht Winterbauhütte von fasu

Anfang Januar wurde unsere Bauhütte auf der Burg Ludwigstein wieder zum Treffpunkt für tatkräftiges Engagement: Rund 130 Ehrenamtliche kamen zusammen, um in wenigen Tagen unglaublich viel zu bewegen.

In mehreren Arbeitsgruppen wurde parallel angepackt. Treppenhäuser erhielten einen frischen Anstrich, der Zivi-Flur wurde entkernt, und Fußböden erneuert. Im Außenbereich wurde Feuerholz für die kommenden Jahre gelagert, während an anderer Stelle Rollbretter gebaut wurden. Auch Projekte wie Arbeiten am Schacht sowie eine neue Decke für den Speisesaal konnten erfolgreich umgesetzt werden.

Was diese Bauhütte besonders gemacht hat, war nicht nur die Menge der erledigten Arbeiten, sondern vor allem der Einsatz, die Motivation und das Miteinander der vielen Helferinnen und Helfer. Ob handwerkliche Erfahrung oder einfach Lust mit anzupacken – jede Unterstützung zählte und trug zum gemeinsamen Erfolg bei.

Am Ende der Tage zeigte sich: Die Bauhütte war nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein starkes Zeichen für Gemeinschaft, Ehrenamt und Zusammenhalt. Ein herzliches Dankeschön an alle, die ihre Zeit, Energie und Fähigkeiten eingebracht haben.

fasu
Christliche Gemeindepfadfinder Föhr