DreiEckenKreis 2021

„Aufmachen mit Gundermann“

Nach 15 langen Corona-Monaten öffnete sich Mitte Juni das Burgtor und als eine Woche später das Land Hessen Bildungsveranstaltungen im Außenbereich weitesgehend von Beschränkungen befreite, luden wir spontan und kurzfristig für Anfang Juli in den DreiEckenKreis. Über 30 Leute kamen und singend im Morgenkreis vor dem Enno war es schon ein gutes Gefühl, dass die „alte Graue“ ihre Schließung finanziell überlebt hatte und ganz selbstverständlich hinter uns thronte.

„Aufmachen“ lautete der offen-lockere Rahmen des Wochenendes und so wie mit Kanus die Werra herunter gepaddelt wurde oder eine Entdeckungstour ins Archiv der Jugendbewegung führte, puzzelten ein Beräuner- und ein Burgjubiläums-Team an ihren Comeback-Veranstaltungen für 2022. Parallel komplettierten die Burgzivis das pädagogisch-praktische Jahresprojekt, indem sie ihr feldsteingemauertes Kräuterhochbeet um eine schwebend-elegante Sitzbank ergänzten.

Einen schönen Übergang bekam der wetterschöne Samstagabend, als dem kleinen Grillfest in der Sommerküche das Liedermaching-Konzert von Lari und Ted aus dem Berliner Wedding folgte. „Lariismus“ verbreiten sie - eine Religion, die von zwei Gitarren unterlegte Ansporn-Texte über Menschengefühl, Klassenkampf und gerettete Erinnerungen ins Publikum feiert. Einen ihrer  massentauglichen Melodiebögen wollte sich gar das Management Helene Fischers in den Einkaufskorb legen, aber die Hauptstadt-Musikanten lariierten nur kurz und drückten auf Löschen.

Eröffnet wurde das Konzert mit der Gerhard Gundermann-Hymne „Gras“. Das Zeitlos-Lied über den Trost hatten Lari und Ted mit einer Arbeitsgruppe einstudiert und dabei die Geschichte des zu früh gestorbenen Barden gestreift, der sich tags als Baggerführer in die Lausitzer Braunkohleflöze fraß und nachts darüber Lieder schrieb. Und überhaupt war es vor allem Musik, die nicht zuletzt mit einer nachtlangen Singerunde am Feuer den DreiEckenKreis prägte. Eben noch als aerosolsprühend verboten, durfte wieder miteinander gesungen und geklampft werden und die Wertung über das Zurückliegende ist in Gundermanns Offendeutigkeit schwebend-gut erfasst: „immer wieder wächst das gras, klammert all die wunden zu, manchmal stark und manchmal blass, so wie ich und du“.

Mit Fahrtensommer-Wünschen und Burglied schlossen wir den Kreis zum Abschied und wollen überlegen, im Herbst noch einmal genauso offen einzuladen, um Ehrenamtskreise, Burgfreunde und Burgteam zum Nutzen der Burg an die fast verlernte Projektarbeit im Vollkontakt zurückzugewöhnen.

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