Bündische Juleica - Rückblick 2022

Vom 25. bis zum 29. Mai 2022 veranstaltete die Jugendbildungsstätte zusammen mit dem Ring junger Bünde (RjB e.V.) die traditionelle bündische Juleica-Schulung auf Burg Ludwigstein.

40 Teilnehmer aus 8 verschiedenen Jugendbünden (Pfadfinder, Wandervögel und ähnliche Bünde) lernten in den 5 Tagen das notwendige Handwerkzeug für Jugendgruppenleiter kennen.
Neben den Grundlagen der Organisation und Planung von Fahrten und Gruppenstunden, Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit standen unter anderem Gruppendynamik, Führungsstile, Jugendpsychologie, Rechtskunde und der Schutz von Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen auf dem vollgepackten Schulungsprogramm.

Das lange Wochenende war dabei als Zeltlager organisiert, die Schulung fand primär im Freien statt und nebenbei konnten die Teilnehmer gleich am eigenen Leib erfahren, wie sich ein wilder Haufen von Teilnehmern – die wenigsten kannten sich vor Beginn des Lagers – innerhalb weniger Tage zu einer verschworenen Gemeinschaft entwickelte, die bis früh in den Morgen am Lagerfeuer Geschichten austauschte oder Lieder sang.

Einer der Höhepunkte des Lagers war der Vortrag von Dominik Bloh am Freitagabend. Dominik war als Jugendlicher zu Hause rausgeflogen und lebte fortan mehr als 10 Jahre auf den Straßen Hamburgs. Trotz bestandenem Abitur gelang ihm erst mit knapp 27 Jahren der Ausstieg aus dem Straßenleben. Heute arbeitet er unter anderem als Autor und hat seine Erlebnisse im Buch „Unter Palmen aus Stahl: Die Geschichte eines Straßenjungen“ aufgeschrieben. Da Teil einer Jugendleiterschulung auch immer die Beschäftigung mit den Lebenswelten der Jugendlichen sein sollte, wollten wir hier den Teilnehmern einen Einblick in eine besondere Lebenswelt vermitteln.

Dominik berichtete also kurz aus seinem Leben und stellte anschließend seine Vorstellungen vor, wie das Leben für die Straßenkinder in Deutschland besser gestaltet werden könnte, oder was getan werden muss, damit es erst gar nicht zu einem Leben auf der Straße kommt. Es entbrannte sich hiernach eine kontroverse Diskussion, da nicht jeder Zuhöhrer Dominiks Ideen folgen wollte. Dennoch konnten sich am Ende wohl alle darauf einigen, dass man eine Gesellschaft auch in kleinen Schritten besser machen kann, inbesondere wenn jemand als Jugendgruppenleiter Verantwortung für Kinder und Jugendliche trägt.

Am Sonntag, pünklich zum Mittagessen erschallte dann das „Abschiedslied“ auf dem Platz vor dem Enno und die Teilnehmer verabschiedeten sich in alle Himmelsrichtungen, nicht ohne Telefonnummern und Adresssen ausgetauscht und sich das Versprechen zu einem Wiedersehen gegeben zu haben.

Hoffen wir, dass nun nach mehr zwei Jahren „Corona-Virus“ wieder eine neue Generation von Gruppenleitern sich mit neuem Elan aufmacht, um das Leben der Pfadfinder und Wandervögel auch Nachfolgenden zugänglich zu machen.

Wolfgang aus dem Sprecherkreis des RjB

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