Archivblick

80 Jahre Kriegsende – Führung zur Kriegsgräberstätte und in das Archiv der deutschen Jugendbewegung

10. April 2025

294 Gräber und ebenso viele Schicksale verbergen sich hinter den Mauern der Gedenkstätte unterhalb der Burg Ludwigstein im nordhessischen Witzenhausen. Die Personengruppen, die hier ihre letzte Ruhe fanden, sind ungewöhnlich vielfältig und spiegeln die ganze Bandbreite des Begriffs des Kriegsopfers: Zu Ihnen gehören Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Inhaftierte der Gestapo und sogenannte Displaced Persons. Aber auch Täter wie Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörige sind vertreten. Viele der hier bestatteten Männer und Frauen starben kurz vor Kriegsende in der Osterwoche 1945.

Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist mehrfach überlagert und zeugt nicht nur von der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, sondern auch vom Umgang mit der Erinnerung und den Lernprozessen in der Aufarbeitung der Geschichte. Und so ist hier alles miteinander verbunden und bedeutungstragend: Die Platzierung der Gräberstätte an der deutsch-deutschen Grenze, die gesuchte Nähe zur Jugendburg Ludwigstein und – durch die Umbettung der Opfer – der bewusst kreierte Bezug zu verschiedenen NS-„Tatorten“ der Region wie etwa dem Arbeitserziehungslager Breitenau.

Im Rahmen der Führung lernen Sie die Kriegsgräberstätte kennen und haben die Chance, das Archiv der Jugendbewegung zu entdecken.

Treffen ist am 10. Mai 2025 um 11 Uhr auf dem Parkplatz an der Kriegsgräberstätte; kostenlose Veranstaltung - um Spenden wird gebeten.

Eine Kooperation des Archivs der deutschen Jugendbewegung mit der Gedenkstätte Breitenau und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Landesverband Hessen.

Kriegsgräberstätte mit Besuchern unterhalb der Jugendburg Ludwigstein