Archivblick

Nachlass von Hans Dehmel erschlossen

17. Januar 2024

Nachlass von Hans Dehmel erschlossen
Der Nachlass von Hans Dehmel (1896-1985), der im Jahr 2021 mit ca. 1,6 laufenden Metern Schriftgut ins Archiv der deutschen Jugendbewegung kam, wurde Ende 2023 erschlossen. 

Hans Dehmel, der am 28.09.1896 in Breslau geboren wurde, begeisterte sich früh für den Wandervogel und blieb ihm ein Leben lang verbunden. So gehörte er der Deutschen Freischar und der Schlesischen Jungenschaft an. Aus der Schlesischen Jungenschaft kam die Initialzündung zur Gründung eines Volkshochschulheims – dem sogenannten Boberhaus in Löwenberg/Schlesien – welches von der ideellen Vorstellung der „freien Volksbildung“ nach Eugen Rosenstock-Huessey geprägt war. Hans Dehmel, der inzwischen sein Studium als Lehrer absolviert hatte, gehörte maßgeblich zu den Begründern des Boberhauses im Jahr 1926. Später war er am Boberhaus als Dozent tätig und von 1928 bis 1929 dessen Leiter. Eine entscheidende Rolle spielte Dehmel auch in der Gründung der Löwenberger Arbeitsgemeinschaft, die pädagogisch begleitete Arbeitslager für Arbeiter, Bauern und Studenten zur Verbesserung ihrer Wohn- und Arbeitssituation anbot. Von 1930 bis 1931 war Dehmel Bundesführer der Deutschen Freischar. 1937 trat er in die Wehrmacht ein und wurde Oberleutnant bei der Luftwaffe und diente später im diplomatischen Dienst. 1945 geriet Dehmel in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1955 zurückkehrte. Über das spätere Leben Dehmels nach seiner Rückkehr ist wenig bekannt. Am 28.02.1985 starb Hans Dehmel.

Derzeit ist eine Initiative damit beschäftigt das Boberhaus in der polnischen Stadt Lwówek Śląski (ehemals Löwenberg) wieder aufzubauen. Da jedoch ein Teil der Unterlagen zum Boberhaus während des Krieges vernichtet wurde, könnte der nun erschlossene Nachlass sicherlich einen Beitrag hierzu leisten. Daneben ermöglicht er natürlich auch Einblicke in die Jugendbewegung der Weimarer Zeit und zur Person Dehmels selbst. 

Stiftung Jugendburg Ludwigstein