Archivblick

Chorleiter, Komponisten, Sängerinnen - wie die JugendMUSIKbewegung ins Archiv kam

23. Juli 2020

In einem ersten Fazit blickt das Team des Projektes „Quellen zur Jugendmusikbewegung“ innerhalb des Ludwigsteiner Archivs auf die bisher geleistete Arbeit. Seit März 2020 widmen sich zwei Wissenschaftlerinnen den umfangreichen Beständen, Dr. Ute Brüdermann (Bückeburg) und Dr. Amrei Flechsig (Hannover). Im Detail erschließen sie die biografischen, publizistischen und organisatorischen Quellen, in denen das seit 1920 aus der Jugendbewegung heraus entstandene Musik-Netzwerk sichtbar wird. Während Brüdermann eine komplexe, von dem Hamburger Musikpädagogen Fritz Jöde (1887-1970) initiierte Materialsammlung bearbeitet, widmet sich Flechsig der Vielzahl von Einzelnachlässen (Werner Gneist, Gottfried Wolters, Willi Träder, Max Drischner u. a.). Bereits jetzt deutet sich an, dass die NS-Zeit für die Musikschaffenden aus diesem Umfeld, häufiger als aus den vorwiegend selbsthistorisch angelegten Arbeiten bisher bekannt, eher Kontinuitäten und im Einzelfall sogar erweiterte Handlungsoptionen mit sich brachte. Erst die archivische Kärrner-Arbeit fördert die nur vereinzelt überlieferten Belege dafür zutage, z. B. in den Unterlagen von Jödes archivischen Mitarbeitern und Weggefährten Heinrich Schumann, Waltraut Jonas, Ekkehart Pfannenstiel, Hilmar Höckner usw., recherchierbar bereits jetzt in der Datenbank [http://www.arcinsys.hessen.de/]. Am Projektende sollen die Puzzle-Teile in einer übersichtlichen digitalen Darstellung (Website mit erweiterten Recherchefunktionen und Volldigitalisaten) präsentiert werden.

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