Archivblick

Archiv, Atmosphäre, Austausch

Sich im Lesaal in einen Aktenbestand vertiefen, bei einem Spaziergang um die Burg durchatmen, mit anderen Gästen ins Gespräch kommen: Dieses „Programm“ steht jetzt wieder allen zur Verfügung, die sich für die Geschichte von Jugendbewegung, Lebensreform und verwandte Gebiete interessieren. So entschied sich die Kunsthistorikerin Prof. Petra Lange-Berndt aus Hamburg (Foto) für einen Aufenthalt in der Burgherberge, um Zeit für ausgiebige Recherchen in den Künstler-Nachlässen von Fidus und K. W. Diefenbach zu haben. Um das Interesse an Archivaufenthalten besonders unter jungen Wissenschaftler:innen zu beleben, werden derzeit Wochenstipendien zur…

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Wer kennt Meberlein?

Meberlein war ein begeisterter „Wandervogel“ der ersten Stunde. Mit ihrer Mädchengruppe durchstreifte Marie Eberlein, so ihr bürgerlicher Name, Jg. 1894, seit den 1910er Jahren das Umland ihrer Heimatstadt Gera und weit darüber hinaus. Ihre Fahrtenbücher sind voller Schilderungen über Land und Leute. Sie lernte Gitarre spielen, um das gemeinsame Singen zu begleiten. Später warf sie ihren ungeliebten Beruf als „Fräulein vom Amt“ hin und studierte an einer Kunstgewerbeschule. Dort lernte sie ihren Mann kennen, ebenfalls ein „Wandervogel“. Dann verlieren sich Maries biografische Spuren. Nach ihrem Tod 1994 gelangten ihre verbliebenen…

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Die Schule am Meer - Texte, Töne und Bilder digital

Wer Sandra Lüpkes' Roman über das Internat auf Juist in der Weimarer Republik gelesen hat, kennt das überaus faszinierende reformpädagogische Experiment, das für wenige Jahre bestand. Als die Lesung vor einigen Wochen - wie so vieles andere - ausfallen musste, kam daher schnell die Idee auf, für digitalen Ersatz zu sorgen. Entstanden ist ein "Videocast", der eigens aufgenommene Musik mit Violine und Klavier, originale Archivdokumente, eine Lesung und ein Interview sowie fotografische Nordsee-Impressionen stimmungsvoll verbindet. Entwickelt von Carsten Deiters und Susanne Rappe-Weber liegt damit ein Beitrag vor, der zu einer kleinen…

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Die Jugendbewegung ist weiblich!

Die Jugendbewegung ist weiblich! Bis zu einem Drittel der Mitglieder in den historischen Bünden waren Mädchen und junge Frauen. In vielen Städten gab es rein weibliche Bünde. In vielen Bereichen spielten sie eine herausragende Rolle, wie Fotos vom Singen und Musizieren oder vom geselligen Leben in den "Nestern" zeigen. Im Archiv verwahren wir 24 Nachlässe von historisch bedeutsamen Frauen (siehe oben). Eine geschlechtergeschichtliche Studie, die auf der Auswertung dieser Bestände basiert, erscheint in diesen Tagen (Antje Harms: Von linksradikal bis deutschnational: Jugendbewegung zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik, Frankfurt a. M.…

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Lesesaal des AdJb wieder geöffnet

Auch wenn das Ludwigsteiner Archiv für Anfragen durchgehend geöffnet ist und vieles in den vergangenen Wochen per Dateitransfer bearbeitet werden konnte: Ein Ersatz für das eigene Recherchieren im Lesesaal ist das auf Dauer nicht. Daher nutzen wir die Erlaubnis des Landesarchivs zur behutsamen Öffnung der Lesesäle auch bei uns. Es gelten weiterhin das eingeschränkte Platzangebot und die Notwendigkeit, sich vor einem Besuch verbindlich anzumelden. Auch die besonderen Hygiene-Regeln sind weiter in Kraft. Ansonsten gilt: Willkommen im Archiv der deutschen Jugendbewegung!

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100.000 AdJb-Digitalisate online

Es fing vor vielen Jahren mit den „Fidus“-Bildern an, dann folgte das „Wandervogel-Lichtbildamt Jule Groß“ und jetzt ist die Bahn richtig frei. Viele Archivbestände des AdJb werden digitalisiert und, wo immer es möglich ist, online gestellt. Bereits auffindbar sind nun nicht nur die künstlerischen Werke von Fidus, sondern auch alles Sonstige aus seinem Nachlass. Dazu der gesamte Nachlass von Fidus' Lehrer Karl Wilhelm Diefenbach. Zwei weitere Bestandsgruppen, die sich inzwischen volldigitalisiert in der Datenbank ARCINSYS finden, sind die Plakatsammlung und die Baupläne, darunter viele historische Detailaufnahmen der Jugendburg selbst.…

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Fidus-Bestand im Archiv der deutschen Jugendbewegung durch Ankauf verstärkt

„Es muss doch Frühling werden“ – mit diesem Stoßseufzer, der auch einer Corona-geplagten Gesellschaft im Februar 2021 auf den Lippen liegt, wandte sich Hugo „Fidus“ Höppener 1947 an den Sammler Klaus Wieben, seinen langjährigen Mäzen. Der Gruß gehört zu einem Postkarten-Konvolut des Künstlers, das jüngst zusammen mit zwei Fotografien und einem Grafik-Entwurf („Kämpfers Aufbruch“, 1920/28) vom Hessischen Landesarchiv zur Ergänzung der Sammlungen auf dem Ludwigstein bei einer Versteigerung des Berliner Auktionshauses Bassenge erworben wurde.

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Auf die Details kommt es an!

Mit dieser Einsicht schließt Paula Behrendts (Kassel) in diesen Tagen ihr zehnwöchiges Praktikum im Archiv der deutschen Jugendbewegung ab. Die Studentin der Soziologie und Geschichte hatte sich als Burgen-Fan bewusst für diesen Ort entschieden und auch von den langen Arbeitstagen mit ÖPNV-Anfahrt aus Kassel nicht abschrecken lassen. Geboten wurde ihr im Archiv die intensive Auseinandersetzung mit historischen Quellen, die sie als Archivgut in der Online-Datenbank bearbeitete. Dazu zählte der umfangreiche Nachlass von Hermann Kanow (1904-1996), seit 1969 engagiert in verschiedenen VJL-Gremien, aber auch eine Neuerwerbung, bei der Paula…

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Weihnachtsgruß des Archivs

Hoffen heißt handeln, als wäre Rettung möglich.
Fulbert Steffensky

Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein erfolgreiches, glückliches Jahr 2021!

Die Mitarbeiterinnen des Archivs der deutschen Jugendbewegung
Elke Hack, Susanne Rappe-Weber, Birgit Richter und Isabella Stutrucker mit dem Team des DFG-Projektes zur Jugendmusikbewegung Ute Brüdermann und Amrei Flechsig

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Die Grippe

Luise Danker (1889–1926), Grafikerin und Illustratorin aus Kassel, verlieh dem Schrecken einen drastischen Ausdruck. Die Spanische Grippe, die seit 1918 in Europa grassierte, in Deutschland sogar noch bis 1920, verlief gerade unter jungen Leuten unter 35 Jahren, den stärksten Mitgliedern der Gesellschaft, oft tödlich. Unter den Opfern war auch die in Kreisen der Jugendbewegung prominente Tochter des Malers Hugo „Fidus“ Höppener, Drude (1900–1918). Der pandemische Verlauf der Krankheit war zeitgenössisch ein kaum erklärbares Phänomen. Erst mit dem Aufstieg der Virologie, die auch für historisches Material neue Erkenntnisse brachte…

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