Archivblick

Mit Sicherheit ins Neue Jahr

Im Archiv der deutschen Jugendbewegung standen die letzten Wochen im Zeichen von Maßnahmen zur Verbesserung des Archivgutschutzes. Luftfeuchtigkeit, Korrosion, Schmutzeintrag, Diebstahl, Feuer, Wasser: Die Aufgabe, wertvolles Archivgut dauerhaft aufzubewahren, erfordert es, potentielle Gefahren im Blick zu behalten und möglichst vorausschauend auszuschließen. Dazu dienen Notfallpläne, die Koordination mit ähnlichen Institutionen in der Region, aber auch regelmäßige Übungen.

Zuletzt bot eine Übung der Feuerwehr Witzenhausen die Gelegenheit, das Zusammenspiel bei der Bergung von Archivgut zu erproben. Ein Feuerwehrtrupp erhielt die Aufgabe,…

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Foto von der Auftaktveranstaltung der neuen Archivausstellung des AdjB

„Aus der Nähe“ - Archivausstellung mit vielen Gästen eröffnet

Ein Duft von Punsch lag in der Luft, „Over the Rainbow“ erklang es von Saxophon und Klavier: die Ausstellung mit Bildern des deutsch-jüdisch-israelischen Fotografen Arie Pack wurde stimmungsvoll eröffnet. Die klare Struktur und moderne Ästhetik für die Präsentation des historischen Themas - die jüdische Jugendbewegung auf dem Weg von Deutschland nach Palästina seit den 1930er Jahren - vermitteln eine große Aktualität.

Zahlreiche Gäste würdigten das durch die Förderung der Hessischen Kulturstiftung und der Toepfer-Stiftung ermöglichte Ergebnis und wünschten der Ausstellung eine gute Resonanz, vor allem unter Schülerinnen und Schülern.

Foto, von…

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Fotografie von Arie Pack. Vermutlich Szene in einem Kibbuz

Jüdische Jugendwelten zwischen Europa und Palästina -  Ausstellungseröffnung am 12.12.2025, 14 Uhr, im AdJb

Im Zentrum der Ausstellung stehen Fotografien von Arie Pack. Als Fotoamateur begann er Anfang der 1930er Jahre, zunächst das Leben in seinem Jugendbund zu dokumentieren. Im Jahr 1932 ging er nach Palästina und schloss sich dort einem Kibbuz an. 
Der Fotobestand von Arie Pack ist von außergewöhnlich großer historischer Bedeutung. Die Fotografien dokumentieren originell und detailreich den Alltag jüdischer Jugend, insbesondere der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland ab 1930, ihre Emigration nach Britisch Palästina und den Neuanfang in einem Kibbuz. 
Pack beobachtet Personen und Ereignisse seiner Umwelt auf Augenhöhe, schildert das Leben…

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„Die Wildniss ruft“ - Kunst der Lebensreform im AdJb gesichert

Kalligraphische Aufrufe, Denkschriften und Mitteilungen waren Medien, mit denen sich der Graphiker und Wanderprediger Gusto Gräser (1879 - 1958) zu Anfang des 20. Jahrhunderts an seine Mitmenschen wandte und zur Umkehr aufrief. Gräser gehörte zu den sprichwörtlichen „Künstler-Propheten“ im Umfeld der Lebensreformbewegung. Bekannt geworden ist Gräser u. a. als Mitbegründer der Siedlung „Monte Verità“ in der Schweiz.
Seit geraumer Zeit arbeitet das Archiv der deutschen Jugendbewegung mit dem Gräser-Sammler Hermann Müller (Knittlingen) zusammen. Letzterer hat nun die wichtigsten Stücke des wertvollen Gräser-Nachlasses zur Verwahrung in das Ludwig…

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Hanan Heiman, privat ca. 1936 (Archiv, Kibbuz Dorot/ Israel)

Zwischen Alija und Flucht

Welche Antworten fanden junge Jüdinnen und Juden auf die Bedrohung durch den Nationalsozialismus? Waren es „Wege der Verwirklichung“, die die jüdische Jugend zwischen Europa und Erez Israel/Palästina ging? Ein internationales Forschungsnetzwerk, geleitet von Prof. Dr. Ulrike Pilarczyk (Technische Universität Braunschweig) und Prof. Dr. Ofer Ashkenazi (Hebräische Universität Jerusalem), hat sich über viele Jahre mit dem durch diese Fragen angedeuteten Themenkomplex auseinandergesetzt. Zum Abschluss ziehen die Forschenden aus Europa und Israel Bilanz und tragen ihre im Kontext internationaler Forschungen gewonnenen Ergebnisse zu jüdischen…

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Vada Hesse und Michelle Naass präsentieren die Speisesaalvitrine

Schaufenster ins Archiv - Speisesaalvitrine neu gestaltet

Wer den Speisesaal der Burg Ludwigstein betritt, blickt jetzt zuerst ins Archiv. Die Vitrine gegenüber der Eingangstür wurde mit zwei musealen Kleidungsstücken, einem Wandervogel-Kleid und einem Wandervogel-Kittel, aus den Sammlungen des Archivs der deutschen Jugendbewegung ausgestattet (Gestaltung der Ausstellung: Vada Hesse und Michelle Naass mit Susanne Rappe-Weber). Zusammen mit den Stapeln von Archivkartons und Erklärtexten für Kinder und Erwachsene wirbt das Schaufenster für einen Besuch im Archiv. Dort ist zu den Öffnungszeiten (Montag bis Freitag 9 - 12 Uhr) immer etwas zu entdecken: die Dauerausstellungen zur Geschichte der…

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Historiker Dr. Mike Mertens im AdJb

Aus der Forschung - für die Forschung

Vor genau fünfundzwanzig Jahren schloss der britische Historiker Dr. Mike Mertens seine vergleichende Studie zu Jugendbewegungen in Großbritannien und Deutschland ab. Ausgehend von den Themen „Natur“ und „Gemeinschaft“ (Community) erkundet die an der Universität Birmingham eingereichte Dissertation kulturelle Verbindungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Nationen, die in dieser Zeit als Staaten verfeindet waren. Als sich der in Göttingen lebende Mertens nun von seiner umfangreichen Materialsammlung trennen wollte, führte der Anruf im AdJb schnell zu einer Einigung. Diese Art von Unterlagen (Bücher, thematisch geordnete Kopien) ist für…

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Bundesfreiwilliger im Archiv der deutschen Jugendbewegung

Engagiert und umsichtig: Archiv-BUFDI Mattis Kunkel ist eine große Hilfe

Aus dem Odenwald an den Meißner, von der elektronischen Datenverarbeitung zum analogen Archivmaterial: Mattis' Weg zum Bundesfreiwilligen im Archiv der deutschen Jugendbewegung zeugt von der Bereitschaft Neues auszuprobieren. Auch die Wohnform „Freiwilligen-WG“ zählt zu den Wagnissen. Bislang, so die Zwischenbilanz, hat sich der Schritt als richtig erwiesen. Mattis fühlt sich wohl und hat in der umfangreichen, sperrigen Materialsammlung des „Deutschen “ (AdJb, A 244) voller Zeitschriften, Drucksachen, Plakate usw. seine Daueraufgabe gefunden. Er ordnet, verpackt und erschließt die Dokumentation zur Jugendgeschichte der 1960er und 1970er Jahre…

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Historisches Plakat einer Musikveranstaltung

Paasche, Singewettstreite, Speiseeis, Sport und Reggae - Themenvielfalt beim Forschungsworkshop

Einmal mehr waren die Burg und das Archiv das Ziel junger Wissenschaftler:innen, die sich mit „Jugendgeschichte“ befassen. Und einmal mehr wurde dabei mit einer Vielfalt an Themen und Zugangsweisen ein weiter Horizont abgeschritten. Besonders „jugendbewegungsnah“ waren Beiträge zu Sozialismus-Konzeptionen am Ende der DDR-Zeit in Jugendorganisationen, zu Hans Paasche als Großwildjäger, zu einer jüdischen Schule und zu den Singewettstreiten in Hamburg und Würzburg. Die Teilnehmer:innen diskutierten engagiert und förderten sich damit gegenseitig in ihrem akademischen Arbeiten.

Zugleich schuf der Eröffnungsvortrag von Dr. Katharina Lenski (Jena)…

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Kriegsgräberstätte mit Besuchern unterhalb der Jugendburg Ludwigstein

80 Jahre Kriegsende – Führung zur Kriegsgräberstätte und in das Archiv der deutschen Jugendbewegung

294 Gräber und ebenso viele Schicksale verbergen sich hinter den Mauern der Gedenkstätte unterhalb der Burg Ludwigstein im nordhessischen Witzenhausen. Die Personengruppen, die hier ihre letzte Ruhe fanden, sind ungewöhnlich vielfältig und spiegeln die ganze Bandbreite des Begriffs des Kriegsopfers: Zu Ihnen gehören Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter, Inhaftierte der Gestapo und sogenannte Displaced Persons. Aber auch Täter wie Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörige sind vertreten. Viele der hier bestatteten Männer und Frauen starben kurz vor Kriegsende in der Osterwoche 1945.

Die Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist…

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