Bündische Juleica - Rückblick 2020

Juleica 2020 auf der Burg Ludwigstein

von Merle Steinbach

Vom 14.-18.10.2020 trafen sich 8 Jugendliche aus verschiedenen Bünden auf dem Ludwigstein, um an der Jugendgruppenleiterschulung teilzunehmen, Erfahrungen auszutauschen und eine coole Zeit zu haben. Nach der Ankunft haben wir anfangs zu dritt die Aufgabe bekommen, die Jurte aufzubauen. Nachdem das Jurtendach stand und wir uns um das Zweibein gekümmert haben, ist uns aufgefallen, dass das Jurtendach leider falschherum war. Zum Glück waren wir inzwischen vollständig und somit konnten wir in kurzer Zeit die Jurte richtig aufbauen.

Nachdem die Jurte nun stand gab es erstmal ein gegenseitiges Kennenlernen. Dabei haben wir unsere Stärken und Schwächen aufgeschrieben, um die wir uns in den nächsten Tagen gekümmert haben. Danach beschäftigten wir uns mit den momentanen Situationen wie Social Media, Corona, Schule und Klimawandel und wie sie die unsere Fahrten und Lager beeinträchtigen. Das stellten wir durch verschiedene Rollenspiele dar. Anschließend haben wir von Stephan noch eine Archivführung zur jugendbewegten Geschichte bekommen, welche sehr interessant war. Abends kümmerten wir uns dann zusammen um das Essen, welches wir von Tag zu Tag dann doch besser hinbekommen haben. Man lernt ja aus Fehlern… Den Rest des Abends ließen wir dann mit ein paar Runden Werwolf ausklingen.

Den nächsten Morgen haben wir mit einem Morgenkreis begonnen und uns den Tag über mit Rechtsfragen für Gruppenleiter auseinander gesetzt. Am wichtigsten war dabei das Thema Aufsichtspflicht. Nach dem Mittagessen haben wir verschiedene Spiele gespielt, wie „Dicke Berta“, „Invalidenticken“, „Verstecken mit Abschlag“ und „Chef Vize“. Nachdem wir uns alle ausgetobt hatten, beschäftigten wir uns weiter mit Rechtsfragen, bis wir noch eine Führung durch die Burg bekamen, welche sehr interessant war. Den Abend verbrachten wir dann mit einer Singerunde und Werwolf.

Den Freitag haben wir mit einem kurzen Morgensport mit dem Spiel „U-Boot“ und einem Morgenkreis begonnen. Nach dem Frühstück haben wir uns mit den Themen Geschlechterrollen und deren Klischees in der Jugendbewegung beschäftigt und vieles davon interaktiv erarbeitet. Danach setzten wir uns mit den Themen Elternarbeit und Öffentlichkeitsarbeit auseinander. Am Nachmittag haben wir uns dann mit Macht und Machtmissbrauch wieder interaktiv beschäftigt. Nach einer Runde Krabbenfangen als Energizer haben wir uns dann noch mit dem Thema Grenzen/Grenzverletzung bzw. sexualisierter Gewalt in jugendbewegten Gruppen auseinander gesetzt. Nach dem Abendessen, welches immer besser wurde, einigten wir uns auf einen Singeabend am Feuer.

Auch den Samstag starteten wir wieder mit einem Morgenkreis. Danach haben wir uns mit den Themen Führungsstile, Gruppendynamik und der Rolle als Gruppenleiter auseinandergesetzt. Zum Mittag wurden wir überrascht, dass wir eine 1,5 stündige Kanutour auf der Werra machen werden. Davor haben wir uns noch in Gruppen für das Essen eingeteilt und sind dafür zusammen Einkaufen gefahren. Während manche noch beim Bezahlen waren, stand der Rest draußen und spielte und sang eine Runde Laurentia. Nach dem Einkaufen sind wir dann nach Bad Sooden-Allendorf zur Werra gefahren und nach einer selbst improvisierten Sicherheitseinweisung zum Kanufahren (welche von den Teamern korrigiert und ergänzt wurde) in Duos aufs Wasser gegangen. Ohne anfängliche Schwierigkeiten sind wir losgepaddelt und erreichten nach einer kurzen Schokoladenpause und etwa 8 Flusskilometern Lindewerra. Dort angekommen unterstützen wir uns bei dem Ausstieg, dem Boote rausholen und auf den Anhänger legen.

Nachdem wir wieder auf dem Lu waren hatten wir noch etwas freie Zeit und konnten somit endlich das Geländespiel „Capture the Flag“ spielen, wofür die Zeit in den Mittagspausen nie gereicht hatte. Danach begannen wir, das Essen für den Abend zu kochen. Wir hatten uns für Salat, Lasagne und Obstsalat entschieden, sowie Tschai für den späteren Abend. Den haben wir bei Singerunden genossen, zwischendurch aber ein paar Runden Werwolf gespielt. Nach wenigen Tagen kannten wir uns inzwischen schon so gut, dass wir einschätzen konnten, welche Rolle man zum Teil hatte und so wurde nach jeder Nacht alles analysiert, je nachdem wie man sich bei der Diskussion verhalten hatte.

Den Sonntag begannen wir sehr früh nach wenig Schlaf mit einem letzten Morgenkreis. Danach haben wir nochmal die letzten Tage rekapituliert und geschaut, was wir an Schwächen aufgeschrieben hatten, welche wir davon bearbeitet hatten und welche noch nicht. Anschließend arbeiteten wir noch etwas zum Thema Gruppenstundengestaltung. Dort schrieben wir in zwei Gruppen zu bestimmten Themen auf, was man in diesen Stunden mit der Gruppe machen könnte. Am Ende haben wir uns nochmal die verschiedenen Gruppencharaktere angeschaut und sollten sagen, wem wir uns selbst in dieser neugebildeten Gruppe zuordnen würden, was gar nicht mal so leicht war. Danach packten wir unsere Sachen und bauten die Zelte ab. Nachdem alles aufgeräumt war, haben wir einen Abschlusskreis gemacht, unsere Teilnahmebestätigungen bekommen, unserem Kursleiter Wolfgang herzlich gedankt und ein Abschlusslied gesungen.

Nach den Gruppenfotos vor der Burg fuhren wir zusammen zum Bahnhof; im Auto umgeben von so großen Rucksäcken, dass man sich nicht mehr ansatzweise bewegen konnte. Am Bahnhof sind wir dann wieder in verschiedene Richtungen aufgebrochen und somit endete die Juleica 2020.

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