Bericht 2015

Mal Sonne, mal Regen ... und Apfelkuchen

(von Sven Stemmer)

Wieder mal war Bauhüttenzeit und zwar – wie üblich im Sommer – für die „kleine“ Bauhütte. Klein natürlich nur verglichen mit der Winterbauhütte, zu der regelmäßig 120 und mehr Personen anreisen. Mit mehr als 50 Teilnehmern war aber auch die Sommerbauhütte so klein nicht.

Die Burg stand den Helfern schon ab Mittwoch, den 2.9., offen. Eigentlich sollte erst Donnerstag mit dem Bau begonnen werden, aber die ersten konnten es nicht abwarten und stürzten sich in die Arbeit. Diesmal wurde unter erschwerten Bedingungen gebaut, denn ab Samstag war die gesamte Kernburg durch eine Hochzeit belegt. Alle Arbeiten dort mussten deshalb bis Freitag erledigt sein. Hier wurde das Musikzimmer an einigen Stellen gestrichen, im Mittelbau-Bad ein Wasserschaden behoben und der Efeu von den Gefachen entfernt, die anschließend ausgebessert und gestrichen wurden. Eine Flurtür im Meißnerbau musste repariert und neu gestrichen werden. Im Ritter- und Meißnersaal war auch die ein oder andere Steckdose oder Lampe zu reparieren, und die Regenrinnen zum Hof wurden gereinigt.

Der Schwerpunkt der Arbeiten lag aber in diesem Jahr im Außenbereich und am Enno-Narten-Bau. Soweit sich die Baustellen draußen befanden, wurden die Arbeiten gelegentlich von einem Schauer unterbrochen, der dann aber schnell wieder von der strahlenden Septembersonne vertrieben wurde. Die Arbeiten gingen zügig voran, da wirklich ausreichend Helfer gekommen waren und nicht zuletzt, weil Technik-Chef kafe zusammen mit den FJD und FÖJlern den Einsatz großartig vorbereitet hatte und für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Im Enno-Narten-Bau mussten im Behinderten-WC Rigipsarbeiten gemacht werden. Sieben Außenstrahler wurden gewechselt und das Kabel für die Außenbeleuchtung verschwand hinter Holzleisten. In den Zeltertoiletten wurden alle Lampen ersetzt. Außerdem wurde für die Sommerküche ein Regal gebaut.

Ganz besonders profitierte der Burgberg von dem Einsatz. Vielleicht sollten die vermeintlich „kleinen“ Arbeiten einmal besonders hervorgehoben werden. Denn Wühlmauslöcher schließen, Hecken und Apfelbäume beschneiden und vor allem Unkraut jäten klingt zwar unspektakulär, bedeuten aber bei der enormen Fläche sehr viel sehr anstrengende Arbeit. Sehr dankbar dürfen wir auch dem Team sein, dass alle Außentreppen – zum Lagerplatz, in der Streuobstwiese und zum Parkplatz – ausgebessert und die Handläufe befestigt hat. Dort kann man jetzt auch mit Gepäck wieder halbwegs trittsicher langgehen.

Gleich ins Auge fallen dürfte die Trockenmauer, mit der die Terrassierung am Mitarbeiterparkplatz in Angriff genommen wurde. Satte 15 Meter, gut doppelt so viel wie ursprünglich erhofft, konnte Christian mit seinem Team errichten. Außerdem wurden sämtliche Wegweiser abgeschliffen und neu lackiert und zehn Außenlaternen erneuert. Kolja und Theresa verankerten zwei Strahler, mit denen in Zukunft der Bergfried illuminiert werden kann. Schließlich wurden noch sieben Fenster abgeschliffen und lackiert und die Schwimmbadstrahler ausgewechselt. Für ganz besondere Vorfreude aber sorgt die offenbar anstrengendste Baustelle. Neben dem Enno-Narten-Bau wurde im mergeligen Untergrund mit viel Muskelschmalz und Schweiß ein Graben ausgeschachtet, in den später das Betonfundament für das Backhaus der Sommerküche gegossen wird.

So viel Erfolgserlebnis sorgt natürlich auch für gehobene Stimmung. Freundlich, fast beschwingt war das Miteinander und während der Abende wurde lange gesungen. Die Arbeit ging so gut von der Hand, dass zwischendurch Zeit blieb, einige Äpfel am Burgberg zu sammeln und für alle Apfelkuchen zu backen.

Mit dem guten Gefühl etwas geschafft zu haben verabschiedeten sich die Helfer – und natürlich auch mit ein wenig Wehmut, weil wieder ein schönes Wochenende auf der Burg zu Ende gegangen war. Aber es kommt ja die nächste Bauhütte im Winter – die große.