Bericht 2009

54 Bauwütige aus 14 Bünden leisteten 683,5 freiwillige Arbeitsstunden für die Burg

Ein Bericht von Suzah Okunlola

Wer nach diesem Wochenende zum Brunnenhaus kommt, der wird rechts neben dem Haus ein Gebilde sehen, das einem Brunnen zum Verwechseln ähnlich sieht, tatsächlich aber der neue, fest installierte Grill ist. Die alte, wilde Feuerstelle gibt es nicht mehr, die wackligen Bänke wurden zu Brennholz verarbeitet.

Es hat sich viel getan an diesem Wochenende im Brunnenhaus und um das Brunnenhaus herum, das diesmal das Hauptbetätigungsfeld der Sommerbauhütte war. Das Außengelände wurde vollständig und rund ums Haus neu geschottert, ein kleines Begrüßungsbeet wurde angelegt, der Bachlauf wurde gesäubert und naturnah gestaltet, und zum sauberen Durchfahren des Wasserlaufs an der Einfahrt wurde eine Betonrinne verlegt. Außerdem erhielt der richtige Brunnen ein schönes, aus Sandstein gefliestes Auffangbecken am Ablauf. Alles wirkt jetzt frisch, sauber und neu. Auch die grünen Fensterrahmen sollten neu lackiert werden. Das Entfernen der alten Farbe an den Lamellenläden war allerdings so aufwendig, dass diese Arbeit nicht ganz fertig wurde.

Innen wurden alle Zimmer und ein Bad in kräftigen Farben neu gestrichen und mit aufwendigen Bordüren und Pflanzenmotiven verziert. Zu guter Letzt wurden auch noch die beiden Keller ausgeräumt und gekehrt. Dabei musste ein kleiner Siebenschläfer seine Behausung räumen. Überhaupt herrschte an beiden Tagen ein geschäftiges und lautes Treiben rund ums Haus.

Wer nicht am Brunnenhaus eingesetzt war, der war oben auf der Burg mit der Bearbeitung der Fensterrahmen und der Türen aus dem Speisesaal sowie mit dem Neuverlegen der Steinplatten am Turmsöller beschäftigt. Dort musste das alte Pflaster aufgenommen, neu unterfüttert und so ein Stück angehoben werden, um wieder einen sauberen Regenwasserabfluss zu gewährleisten.

Aber trotz des straffen Programms besteht die Bauhütte ja nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus Geselligkeit und Freizeit. Der Freitag stand ganz im Zeichen der Anreise. Allenthalben gab es ein fröhliches "Hallo!", und man saß schwatzend beim Abendessen zusammen. Wer Interesse hatte, konnte sich auf einer Führung mit der (Bau)Geschichte der Burg vertraut machen lassen. Wer schon Bescheid wusste, blieb sitzen oder richtete seinen Schlafplatz ein. Später sammelten sich die meisten an der unteren Feuerstelle, um gemeinsam zu singen. Für manchen wurde es dann eine kurze Nacht, was sich am nächsten Morgen rächte. Das Frühstück war ja immerhin für 7 Uhr und die Bauaufnahme für 8 Uhr angesetzt. Aber alle waren pünktlich. Nach der Morgenrunde und einer kurzen Begrüßung wurden die Helfer auf die Baustellen aufgeteilt, und man machte sich an die Arbeit.

Wer arbeitet, muss selbstverständlich auch essen. Und damit die vielen, die unten am Brunnenhaus beschäftigt waren, in der kurzen Pause nicht noch den steilen Berg hinauf mussten, wurde gemeinsam am Brunnenhaus gegessen. Mittags gab es Eintopf und nachmittags Kuchen. Leider nur ein Stück für jeden, was nicht so schlimm gewesen wäre, hätte man nicht das auf den Bauhütten ohnehin spät angesetzte Abendessen noch um eine Stunde nach hinten verschieben müssen - von 20 auf 21 Uhr. Aber die Bauhelfer wurden für das lange Warten entschädigt. Da zeitgleich eine Hochzeit auf der Burg stattfand, gab es das gleiche wie bei deren Buffet: Hähnchenbrust mit Pfirsich-Nuss-Käse-Kruste, Kartoffelgratin, Pflaumen im Speckmantel, Melone mit und ohne Schinken, kleine Brötchen und Käse. Es schmeckte köstlich, und alle stürzten sich hungrig aufs Essen. Außerdem spendete der Vorstand noch ein 50 Liter Fass Bier, das auf der Vorburg aufgestellt wurde, wo dann auch gleich die abendliche Singerunde stattfand.

Wie bei jeder Bauhütte wurden am Sonntag in erster Linie Nacharbeiten ausgeführt, aber bis zum Mittag vor allem die Baustellen aufgeräumt und dann eine gemeinsame Besichtigung unternommen. Das Gruppenfoto zum Abschluss und der Schlusskreis, der selbstverständlich im Burghof stattfand, durften nicht fehlen. Theresa und kafe, als Schaffnerin und Schaffner des Raumpatenkreises, deren Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege nun herum ist, wurde für ihr großes Engagement gedankt, und Lucas wurde als ihr Nachfolger im Kreis begrüßt. Danach fuhren einige schon Richtung Heimat, andere blieben noch zum Mittagessen und brachen dann nach und nach auf.

Bilder von der Sommerbauhütte 2009 folgen demnächst.