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21.4.2014 : 14:08

Auf dem Zweiburgenweg nach Thüringen

Hin-´und Rückweg: 10 km / 3 bis 4 Stunden

Burg Hanstein liegt in Sichtweite der Burg Ludwigstein auf der thüringischen Werraseite oberhalb des Dorfes Rimbach und des Städtchens Bornhagen. Die Burg wurde im 9. Jh. im Kloster Corvey erstmals urkundlich erwähnt. Sie lag sowohl im fränkischen als auch im niedersächsischen Einflussbereich und wechselte mehrfach den Besitzer. Seit 1209 war sie im Besitz des Erzbistums Mainz, das Ende des 13. Jh. auch das - seither katholische - Eichsfeld käuflich erwarb. Im 14. Jh. wurde die Burg erheblich verstärkt und erweitert.

Die Existenz des Hanstein, der immer wieder Ausgangspunkt für Raubzüge westlich des Grenzflusses Werra war, gab den Ausschlag für den 1415 begonnenen Bau der Burg Ludwigstein durch den protestantischen Landgrafen Ludwig I. von Hessen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hanstein von schwedischen Truppen belagert und teilweise zerstört. Seit 1683 ist er nicht mehr dauerhaft bewohnt.

Erst in der erten Hälfte des 19. Jh. wurde vom Geschlecht derer von Hanstein ein Saal im Palas wieder so weit hergerichtet, dass er für Familienzusammenkünfte dienen konnte. Umfangreiche Sicherungsarbeiten wurden dann zu Beginn des 20. Jh. durchgeführt.

In dieser Zeit wurde die Burgruine Hanstein auch zu einem beliebten Wanderziel der Göttinger Studenten. Die Idee, den Ludwigstein für die Jugendbewegung zu erwerben wurde 1908 auf dem Hanstein geboren, und am Vorabend des Freideutschen Jugendtages von 1913 traf sich auf der Burg das Vorbereitungskomitee und brach von dort aus zum Hohen Meißner auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hanstein „Volkseigentum“. Durch die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze wurde der Nordturm als Beobachtungsposten der DDR-Grenztruppen genutzt. Nach der Wiedervereinigung ging die Burg in den Besitz der Gemeinde Bornhagen über.

Die Burg Hanstein verfügt über zwei Türme und eine geräumige Vorburg. Auch die Hauptburg ist vom Umfang her deutlich größer als die der Burg Ludwigstein. Unterhalb der Burgmauern steht zudem die einschiffige aber sehenswerte Kirche Santa Maria Dolorosa. Sie stammt im Kern aus dem 15. Jh. – der Taufstein ist von 1406 - und der Turm gehörte als Wehrturm ursprünglich zum Vorwerk des Hanstein. 1905 erhielt er einen Fachwerkaufsatz mit einem steil aufragenden, verschieferten Turmspitzenpaar, das seither den Blick auf den Hanstein mit prägt.

Informationen zur Burg Hanstein gibt es im Internet unter anderem auf den Seiten des Heimatvereins Hanstein-Bornhagen


Erreichbarkeit

Die Burg Hanstein liegt von der Burg Ludwigstein etwa 5 km entfernt und ist auf dem Zweiburgenweg („Gelbe 5“) direkt zu erreichen. Der Weg führt uns zunächst bis hinunter nach Werleshausen. Dort queren wir die Bundesstraße 27, umgehen den gleich hinter dem Fluss folgenden Gutshof links und verlassen den Ort im Osten. Hinter Werleshausen führt der Weg nur noch durch Wiesen und Wälder und steigt teils mehr, teils weniger steil an – der Hanstein liegt deutlich höher als der Ludwigstein. Auf dem letzten Wegstück passieren wir den ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen. Der Grenzstreifen ist im Gelände noch gut zu erkennen. Mit einer größeren Gruppe sind wir von der Burg Ludwigstein bis zur Burg Hanstein etwa 1½ bis 2 Stunden unterwegs.

Auskunft

Gemeinde Bornhagen
Am Kulturzentrum 11
37318 Bornhagen
Tel.: (36081) 61311

Achtung! Die Beschilderung des Zweiburgenweges wird immer wieder zerstört. Bitte lassen Sie sich vom Burgbüro eine kostenlose Wegskizze mitgeben.