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24.4.2014 : 5:46

Den frühen Wandervögeln nach

Hin- und Rückweg: 34 km / etwa 11 Stunden
(bei Bustransfer und Rückwanderung etwa 5½ Stunden)

Der „König der nordhessischen Berge“ ist mit seiner höchsten Erhebung, der Kasseler Kuppe, 753 m hoch. Die schönste Aussicht hat man allerdings von der 720 m hohen Kalbe. Die frühere Bezeichnung „Wissener“, was soviel bedeutet wie weißer Berg, weist auf das raue Klima hin, das am Meißner herrscht.

Damit im Zusammenhang steht auch das von den Gebrüdern Grimm überlieferte Märchen von Frau Holle, die auf dem Meißner verortet wird und dort die Kissen schüttelt, dass der Schnee fällt. Ein zentraler Ort des Frau Holle-Kultes ist der Frau Holle-Teich, der bodenlos sein soll und den Zugang zum Reich der Frau Holle markiert, die dort in vorschristlicher Zeit als Göttin gewirkt hat.

Das Leben am Meißner war in früheren Jahrhunderten eher karg. Die Bauern betrieben eine Art Almwirtschaft. Ein leidliches Einkommen sicherte vielen Familien der Bergbau, der sowohl über als auch unter Tage betrieben wurde. Abgebaut wurde seit dem 16. Jh. Braunkohle, die u. a. zum Salzsieden nach Bad Sooden verbracht wurde. Der Braunkohleabbau am Meißner ist der älteste in Deutschland, und der Friedrichsstollen führt als längster Stollen (900 m) quer durch den gesamten Berg. Ein Braunkohlevorkommen, das versehentlich in Brand geriet, brennt unter der sog. Stinksteinwand seit 300 Jahren. Kupfer und Schwerspat wurden ausschließlich unter Tage abgebaut. Der umfangreiche oberirdische Abbau von Basalt wurde bis 2003 betrieben.

Für die Jugendbewegung spielt der Meißner eine zentrale Rolle. Vom 11. bis zum 13. Oktober 1913 fand hier mit rund 3.000 Teilnehmern als Protestveranstaltung der Jugend gegen die Enge des Kaiserreichs der Freideutsche Jugendtag statt, der mit der Verabschiedung der sog. Meißnerformel einherging: „Die Freideutsche Jugend will nach eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und in innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten.“ Erst seit diesem Tag trägt der Meißner den Beinamen Hoher Meißner.

Wegbeschreibung

Der Schneehagenweg, der an der Burg beginnt, ist mit LM markiert und führt durch Eichen-/Buchenwälder, Wiesen und Wacholderflächen bis hinauf zum Hohen Meißner. Er ist nach Christian (Christel) Schneehagen, dem Organisator des Freideutschen Jugendtages benannt. Der Weg ist insgesamt 17 km lang und steigt um etwa 400 Höhenmeter an. Er folgt dem Weg, den viele Jugendbewegte im Oktober 1913 – seinerzeit von der Burg Hanstein aus - gegangen sind.

Der Schneehagenweg führt über den Großen Habichtstein (3½ km - Schutzhütte), den Völlungssattel (5½ km), die Hässelkuppe (9 km – Schutzhütte) an Weißenbach vorbei (10 km) nach Bransrode (12½ km) und von dort aus weiter zum Viehhaus (15½ km) und schließlich zur Hausener Hute (17 km).

Der Aufstieg dauert etwa sechs Stunden. An der Hausener Hute stehen ein Gedenkstein und eine Informationstafel zum Freideutschen Jugendtag. Es gibt mehrere Einkehrmöglichkeiten. Der Rückweg kann in fünf Stunden bewältigt werden.

Für Gruppen bis zu acht Personen, die nur eine Wegstrecke zu Fuß zurücklegen möchten, besteht nach Absprache mit dem Burgbüro, Tel. (05542)5017-10, auch die Möglichkeit eines Transfers mit dem Burgbus zum Preis von 50 €. Einen Reisebus mit 30 Plätzen kann das Burgbüro für 130 €, einen Reisebus mit 50 Plätzen für 145 € anmieten. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten.

Blick von der Kalbe ins Tal
Blick von der Kalbe ins Tal
Blick von der Kalbe ins Tal
Blick von der Kalbe ins Tal
Blick von der Kalbe ins Tal