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17.5.2012 : 10:58

Es geschah aber zu der Zeit...

Zu Zeiten des Kaisers Augustus waren die Legionen des Römischen Reiches am weitesten nach Germanien vorgedrungen. Unweit der Werra, im Teutoburger Wald, erfuhren sie dann aber 9 n. Chr. eine ihrer furchtbarsten Niederlagen. Wenige Jahre später rüstete das Römische Heer eine Expedition aus, um die Aufständischen zu bestrafen - und die Toten zu bestatten.

Um diese Zeit - von etwa 11 v. Chr. bis etwa 16 n. Chr. - bestand das Römerlager in Hedemünden. Das Lager wurde auf einem Hochplateau als Brückenkopf errichtet und hatte die Aufgabe, die Furt über die Werra sowie die Versorgung der vorgerückten Truppen zu sichern.

Die von Wall und Graben umgebene Anlage war oval, 320 m lang und 150 m breit. Sie hatte mehrere Tore und mehrere bastionsartige Vorwerke. Dass es sich tatsächlich um eine römische Anlage handelt, belegten zunächst Einzelfunde wie die für Schanzarbeiten eingesetzten römischen Pionieräxte aus dem unteren Wallbereich. Im weiteren Verlauf der Grabungen sind mehr als 1.300 römische Metall- und zahlreiche Keramikfunde zutage getreten.

Das Römerlager in Hedemünden ist erst 1998 als solches nachgewiesen worden - und es ist damit die erste nachgewiesene römische Anlage in Niedersachsen. Im Gelände ist das Lager bislang nur durch eine Schautafel erläutert. Zu sehen sind die an einer Stelle geschnittene Wall-Graben-Anlage und mehrere Grabungsflächen mit fundamentartigen Steinsetzungen im Innenbereich. Die Fundsituationen beflügeln die Phantasie, und schon ein Rundgang um die vom Wald bestandene Anlage ist sehr attraktiv. Wer sich dort ohne eine Führung zurechtfinden möchte, muss sich aber zuvor in die Materie einarbeiten.

Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Ausgräbers, Dr. Klaus Grote, von dem auch eine Monographie "Römerlager Hedemünden" im Buchhandel erhältlich ist.


Wegbeschreibung

Hedemünden ist von der Burg aus leicht mit Bus und Bahn zu erreichen. Mit der Buslinie 220 fährt man von der unmittelbar beim Brunnenhaus gelegenen Haltestelle Ludwigstein aus zum Bahnhof Witzenhausen Nord (Fahrzeit: 14 Minuten) und steigt dort um in den Regionalzug in Richtung Kassel, den man nach einer Fahrzeit von 7 Minuten in Hedemünden verlässt.

In Hedemünden läuft man zunächst weiter in Fahrtrichtung (Westen) bis zum Ortsende. Auf der bewaldeten Kuppe voraus liegt das Lager, zu dem man aufsteigen kann, wenn man die Bundesstraße 80 überquert hat. Die Wegstrecke vom Bahnhof Hedemünden zum Wall ist etwa 1½ km lang und mit einer größeren Gruppe in etwa ½ Stunde zurückgelegt. Von Burgtor zu Lagertor ist man - je nach Verbindung - etwa 1½ Stunden unterwegs.

Auskunft

Landkreis Göttingen
Untere Denkmalschutzbehörde
Archäologische Denkmalpflege
Reinhäuser Landstraße 4
37083 Göttingen
Tel. (0551) 525504