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31.7.2010 : 5:30

Offene Burg - Eine Klärung

Die Jugendburg Ludwigstein ist ein Ort der Begegnung von Jugendbewegung und Gesellschaft. Die Burg steht für eine gelebte Vielfalt, die insbesondere im persönlichen Austausch und im gemeinsamen Tun zum Ausdruck kommt. Diese Vielfalt als Chance zu begreifen und sich auf der Grundlage des Opens internal link in current windowBurgfriedens mit offenem Visier zu begegnen, erfordert Mut, Verantwortung und die Bereit­schaft, mit seinem Namen für sich und für seine Gruppe einzustehen.

In der Meißnerformel von 1913, die für die Burg nach wie vor bedeutsam ist, ist zu lesen:

Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahr­haftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen ge­schlos­sen ein.

Voraussetzung für die Offenheit, das Leben in innerer Freiheit selbst gestalten zu können, ist ein ge­schützter Raum. Schon deshalb steht die Burg dafür ein, dass eine Begegnung mit Extre­mi­sten (im Sinne der Definition der Bundeszentrale für politische Bildung) auf dem Ludwigstein ausge­schlos­sen ist.

Mit der Grundsatzerklärung zum Meißnertreffen 1963 steckten die jungen Bünde ihren Rahmen ab:

Da unser Bemühen um Selbstverwirklichung nur in einem freien Staat gelingen kann, verpflichten wir uns, die uns anvertraute Jugend von der Idee des demokratischen Rechtsstaates zu überzeugen.

Für alle Gruppen, die am Burgleben teilnehmen, wird diese Selbstverpflichtung als bindend angesehen. Insbesondere wird in diesem Zusammenhang auf Art. 3(3) GG hingewiesen:

Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen be­nach­teiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Als Burg an der ehemaligen Grenze zweier Staatenbündnisse steht die Jugendburg Ludwigstein für Versöhnung und für den Blick nach vorn. Gebietsrevisionistische Auffassungen haben auf dem Lud­wigstein keinen Platz.

Diese Grundhaltung wird von der Stiftung Jugendburg Ludwigstein, vom Archiv der deutschen Jugendbewegung und von der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e. V. getragen.