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19.4.2014 : 13:55

Damit der Kurs stimmt

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Brief an die Bünde

Trennung für ein Jahr – Aufarbeitung!

Liebe Bünde der Jugendbewegung,
liebe Burgfreunde,

die Ereignisse der letzten beiden Wochen haben uns hart getroffen. Das Krisenmanagement nach allen Seiten hat uns an unsere Grenzen geführt. Manches ist dabei sicher nicht optimal gelaufen, aber es gab dabei oft keine Handlungsalternative.

Nach den von Jesko Wrede veröffentlichen Anschuldigungen im Blogartikel, erhielten wir auf der Burg, ebenso wie das Hessische Sozialministerium, zahlreiche Unterstützerschreiben. Es fanden aber auch sehr kritische Stimmen ihren Weg zu uns.

Die Dynamik zwischen Befürwortern und Kritikern der offenen Burg war immens und hat dem Burgbetrieb und dem ehrenamtlichen Stiftungsvorstand sehr viel Kraft und Zeit gekostet. Wesentliche Teile der täglichen Arbeit blieben liegen. Die starke Polarisierung um die Definition, wer jugendbewegt ist und wer nicht, hat mit dem Ludwigstein einen Kristallisationspunkt erhalten, welcher der Burg massiven Schaden zugefügt hat. Die Burg will Ort der Begegnung sein, kein Schauplatz von Grabenkämpfen. Wenn beispielsweise von einem bunten Singewettstreit mit Konzert, Workshops, moldawischen Pfadfindern und 500 Bündischen am Ende nur die Diskussion um eine diffamierende Äußerung auf dem Parkplatz bleibt, ist ein Schlusspunkt erreicht.

Uns allen wurde klar, dass der andauernde Konflikt um das Zugangsrecht der Bünde zur Burg einer einvernehmlichen Lösung bedarf. Die Burg alleine kann in diesem Klärungsprozess zurzeit keine zentrale Rolle übernehmen, da auch die Existenzsicherung des Burgbetriebes für den Erhalt der Arbeitsplätze zunächst Priorität haben muss. Aus diesem Grund möchten wir diese Fragestellung an die Bünde zurückgeben. Unser undefinedBeschluss vom ersten Novemberwochenende, Burg und Bünde für ein Jahr zu trennen, sichert allen Beteiligten die dafür notwendige Zeit. Diese Entscheidung war eine sehr schwere, besonders weil es diejenigen am allerhärtesten trifft, die sich mit ihrem Engagement für den Enno-Narten-Bau, das Beräunertreffen, die Bauhütten und vielen weiteren Veranstaltungen sehr stark mit der Burg identifizieren. In den letzten Jahren ist eine Verbundenheit zwischen Bünden und der Burg entstanden, wie sie es in der Burggeschichte schon lange nicht mehr gegeben hat. Ohne Euch ist die Burg nur eine Herberge – wir wollen, dass Ihr wiederkommt!

Aber - in dieser freundschaftlichen Nähe auf der Burg haben wir vielleicht den Blick verloren für Vorbehalte und Fragen, denen wir noch mehr Raum und mehr Antworten hätten geben müssen. Die Kommunikation unseres Selbstverständnisses als geschützter Begegnungsraum hat nicht alle überzeugt. Wir treten nun einen Schritt zurück, um unseren bisherigen Weg zu analysieren und dann zu schauen, wie Burg und Bünde wieder zueinander finden können. Ein Jahr „keine Kluft“ auf der Burg soll keine Schuldzuweisung an die Bünde sein. Es heißt vielmehr, Burg und Bünde nutzen die Zeit, um jeweils mit der Unterstützung und Begleitung von Experten Klarheit zu schaffen.

Ein erster Impuls dazu ist von Seiten einiger Bünde in die Vereinigung Jugendburg Ludwigstein (VJL) hineingetragen worden. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung (OMV) der VJL wurde der undefinedAntrag der Deutschen Waldjugend e. V. und dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V. mit großer Mehrheit der über einhundert anwesenden Mitglieder und Mitgliedsbünde angenommen. Dieser fordert den Vorstand der VJL auf, einen „... zielgerichteten, transparenten und ergebnisoffenen Dialog zwischen den die Burg tragenden Bünden ...“ zu initiieren, „...um Schaden von der Burg abzuwenden und die Identifikation der Bünde mit der Jugendburg Ludwigstein zu verbessern“. In diesem Sinne hat die Mitgliederversammlung der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein einen Prozess angestoßen, der die Bünde in einem demokratischen Plenum und mit externer Moderation zu einer Lösung dieses Konfliktes führen soll. Dafür sind wir dankbar.

Auch wir als Burgverantwortliche in den einzelnen Gremien wollen die vergangenen Jahre mit Hilfe professioneller Unterstützung aufarbeiten. Wir möchten für uns und unsere Mitarbeiter ein Ort sein, der über Stabilität verfügt, ein Begegnungsort, der nicht jederzeit durch persönliche Meinungsverschiedenheiten gefährdet ist.

Bis Ende nächsten Jahres wünschen wir uns, über ein tragfähiges Konzept zum Erhalt der Burg als jugendbewegte Begegnungsstätte zu verfügen, welche den Blick über den Tellerrand ermöglicht und frei vom Verdacht bleibt, politischen Extremismus zu tolerieren. Vor diesem Hintergrund ist die erfolgte undefinedWiederfreigabe der Fördermittel des Hessischen Sozialministeriums von existenzieller Bedeutung für die Burg. „Angesichts der mit den Vertretern der Jugendbildungsstätte Ludwigstein gGmbH, der Stiftung und der Burgherberge Jugendburg Ludwigstein geführten Gespräche und den von Seiten der Burg vorgelegten detaillierten Gegendarstellungen und Einschätzungen teilte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner am Donnerstag mit, dass die Burg auch unter Einholung externer Auskünfte über verschiedene Bünde überzeugend darlegen konnte, dass eine „rechte Milieubildung“ weder befördert noch toleriert werde.“

Was bedeutet nun aber die Trennung von Bünden und Burg für ein Jahr genau? Wenn jemand auf Durchreise in Kluft zu Besuch kommen will, muss er sich nicht am Burgberg umziehen. Es geht schlicht darum, dass es für ein Jahr keine Veranstaltungen von Pfadfinder-, Wandervogel-, Jungenschafts- und anderen jugendbewegten Gruppen gibt. Wir bitten Euch um die Respektierung dieses Beschlusses. Das Archiv der deutschen Jugendbewegung bleibt von der Regelung ausgenommen. Gruppen oder Einzelpersonen, die im Archiv forschen oder tagen wollen, können sich auch auf der Burg als Übernachtungsgäste einmieten. Ebenso wird die Arbeit des überbündischen Arbeitskreises „undefinedSchatten der Jugendbewegung“ weiterlaufen. Dessen Veranstaltungen werden während dieses einen Jahres allerdings nicht auf der Burg stattfinden. Veröffentlichungen, Informationen und Kontakte dazu werden aber weiterhin auf der Homepage der Jugendburg einsehbar sein.

Darüber hinaus hat es in den vergangenen Tagen noch zwei Neuerungen im Stiftungsvorstand gegeben: Eva Eisenträger wird nicht wie geplant ausscheiden, sondern bleibt als Vorsitzende weiterhin dabei. Kani (Juliane Palm) aus dem Wandervogel Uelzen ist in dieser Situation als neues Vorstandsmitglied hinzugekommen. Mit ihr hat die Jugendbewegung eine weitere Stimme im Vorstand – das ist gerade jetzt besonders wichtig.

Wir haben versprochen, die Burg für die Bünde offen zu halten und wir werden als Burgverantwortliche daran arbeiten, einen Weg zu finden, um unser Versprechen einzuhalten. Und wir bitten Euch, dieses Jahr zu nutzen, um Euren Weg zu finden.


10. November 2013

Eva, Roland, Jörg, Alex, Kani für die Stiftung
Holger für das Kuratorium
Selmar für den Burgbetrieb
Stephan für die Jugendbildungsstätte

Einschnitt auf Burg Ludwigstein

undefinedzur Erklärung vom 2. November 2013

Vorwürfe entkräftet - Landesmittel wieder frei

undefinedzur Pressemitteilung des Ministeriums