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31.7.2010 : 5:37

Die Steinkammer

Gedenkraum für die jugendbewegten Opfer von Krieg und Gewalt
geöffnet täglich von 8 bis 22 Uhr

Erfolgte der Erwerb der Burg 1920 mit dem Ziel, sie als lebendiges Ehrenmal für die gefallenen Wandervögel des Ersten Weltkriegs wieder zu errichten, so bildete die Einweihung des Gedenkraums in der Steinkammer 1933 den konsequenten Abschluss der Arbeiten.

Der im Landgrafenflügel gelegene Raum, der vom Burghof her durch einen kurzen Gang unter der Freitreppe hindurch zu erreichen ist, ist massiv gemauert und mit einem Tonnengewölbe versehen. Er diente in früheren Zeiten der sicheren Aufbewahrung wichtiger Gegenstände und liegt gewissermaßen im Herzen der Burg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle jugendbewegten Opfer von Krieg und Gewalt in das Gedenken mit einbezogen. Zudem erinnerte von 1954 bis 1990 ein ewiges Licht an die deutsche Teilung.

Das zentrale Element des Raums, ein in die erweiterte Maueröffnung im Westen gesetztes Buntglasfenster, das ein Kreuz mit einem gesenkten Schwert zeigt, ist noch original erhalten. Es wird von zwei Kerzenleuchtern und von den Fahnen vergangener Jugendbünde flankiert, von denen viele 1933 verboten worden sind.

Zwei Liedtexte jugendbewegter Dichter stehen an der Wand: Walter Flex ist 1917 gefallen, Helle Hirsch 1937 hingerichtet worden.

Gegenüber der Eingangstür hängt eine großformatige historische Fotographie mit dem Titel „Ausmarsch aus Thorn“. Sie zeigt zwei eng beieinander stehende Freunde – den einen in Wandervogelkluft, den anderen in Felduniform…

Die Steinkammer ist von den jungen Bünden 2007 grundlegend saniert worden. Sie wird sowohl von alten Jugendbewegten als auch von jungen Gruppen zur Einkehr und für besondere Anlässe aufgesucht. Ein vor den Kerzenleuchtern niedergelegter Kranz wird durch die Vereinigung Jugendburg Ludwigstein zweimal jährlich erneuert.

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Broschüre Gedenkraum