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24.5.2013 : 0:01

Deutschmaschine

Junge Einwanderer aus Friedland auf der Burg

PADDEL ... KANU .... FLUSS .... KROKODIL  -  im Chor wiederholen 43 Jugendliche deutsche Vokabeln und lauschen mit angelegten Schwimmwesten einer gestenreichen Einführung zum Wasserwandern. 1 BOOT FÜR 4 PERSONEN – die Ansage löst ein babylonisches Stimmengewirr mit Geschiebe und Gedränge aus. Für das Einteilen in die 4er-Boote reicht der neue Wortschatz offensichtlich noch nicht, denn manche der 11-16jährigen haben samt Familie gerade mal vor zwei Tagen ihre alte Heimat in Russland, der Ukraine oder dem Irak verlassen. Nun wollen sie ein neues Leben in Deutschland beginnen und saugen neugierig Wort um Wort auf. SCHWIMM ... WESTE ... BOOT ... WERRA ... FISCH. Als alle an Bord sind sticht die kleine Flotte flussabwärts in See, mitten in ein nordhessisches Abenteuer aus Wellen, Sonne, Schilf und schlußendlich pitschnassen Wasserratten.

Wie kam es zu der Kooperation zwischen Jubi und Friedland? Die jungen Neubürger waren im Prinzip einer Rückeinladung der Jugendbildungsstätte gefolgt, denn seit Jahren werden Ludwigsteiner Schulklassen im Rahmen unserer Bildungsprogramme anschaulich durch das niedersächsische Grenzdurchgangslager geführt und mit Kanutour und Burgrallye gab es nun bei sonnigem Aprilwetter die Chance, Danke zu sagen.

Zurück auf dem Ludwigstein werden Sachen getrocknet und Erlebnisse reflektiert. Comics, Plakate und Zeichnungen entstehen. Auf keinem Bild fehlen die zwei gekenterten Kanus. In den Präsentationen tauchen neue Vokabeln auf: WALD ... BURG ... TURM.  Zum Abschluß muss der gefangene Hugo von Hanstein gefunden werden. Die temporäre Friedländer Schulgemeinde sucht lautstark alle Ludwigsteiner Winkel heim und findet nebenbei die nächsten Wörter: KARTOFFEL ... KELLER ... SKELETT .... RITTER. Dann rollt der Bus schon vor und es heißt:  WINKEN und hoffentlich AUF WIEDERSEHEN!