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21.4.2014 : 1:55

Der Schneehagenweg

Als 17 km langer Wanderweg führt der Schneehagenweg (Markierung: LM) von der Jugendburg Ludwigstein hinauf zum Hohen Meißner. Er endet dort, wo vom 11. bis zum 13. Oktober 1913 der Freideutsche Jugendtag stattfand.

Wichtigster Wegbereiter dieses bis dato einmaligen Ereignisses war der am 25. Dezember 1891 in Barsinghausen geborene Göttinger Student Christian (Christel) Schneehagen.

Rund 3.000 Jugendliche kamen - z. T. über den jetzigen Schneehagenweg wandernd - zu der Veranstaltung. Mit ihren eigenen Stilformen wie den wieder entdeckten Volksliedern und Volkstänzen wollten sie gegen die geistige Enge des Kaiserreichs protestieren, das in jenen Tagen die 100. Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig feierte.

Unter den Rednern fanden sich namhafte Vertreter der Reformbewegung wie Gustav Wyneken, Knud Ahlborn und Hans Paasche.

Seit dem von Christian Schneehagen organisierten Jugendtag als „Hohem Fest der Jugend“ wird der Meißner offiziell Hoher Meißner genannt.

Wie viele Wandervögel kehrte Christian Schneehagen nicht aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Am 25. April 1918 fiel er in Bailleul (Flandern). Der Schneehagenweg soll die Erinnerung an ihn wach halten.

Im Rahmen der Meißnernacht, die jährlich auf dem Schneehagenweg stattfindet, sind Gruppen der Jugendbünde jeweils im Oktober für eine Nacht zwischen dem Ludwigstein und dem Hohen Meißner unterwegs, um sich mit der geistigen Fortentwicklung der Jugendbewegung und ihrer Ideen zu befassen.