Sie sind hier: Die Burg / Ort des Gedenkens / Der Kriegsopferfriedhof
31.7.2010 : 5:37

Der Kriegsopferfriedhof Ludwigstein

Der Friedhof wurde in den Jahren 1960/61 von der hessischen Landesregierung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt in Witzenhausen und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach den Plänen von Heinz Dieffenbach errichtet. Im Zuge dieser Maßnahme wurde auch die Streckenführung der Zufahrt zur Burg verändert und die Straße als "Weg der Besinnung" von deutschen, belgischen und amerikanischen Soldaten gemeinsam mit deutschen Jugendgrupppen so angelegt, dass sie am Friedhof vorbei führt.

Auf dem Kriegsopferfriedhof Ludwigstein fanden 323 Tote des Zweiten Weltkriegs ihre letzte Ruhestätte.

Aus dem nordhessischen Raum wurden 103 namentlich bekannte Deutsche sowie 66 namentlich bekannte Belgier, Franzosen, Jugoslawen, Litauer, Polen und Russen hier hergebracht. Von Hessisch-Lichtenau wurden 29 Polen aus einem Sammelgrab umgebettet. Obwohl ihre Namen bekannt waren, konnten sie bei der Exhumierung nicht mehr identifiziert werden, da sie als zivile Fremdarbeiter keine Erkennungsmarken trugen. Des weiteren liegen auf dem Friedhof 125 Unbekannte.

Die Mehrzahl der deutschen Soldaten fand in den Kämpfen um Nordhessen im März 1945 den Tod. Die anderen Opfer sind als Kriegsgefangene und Fremdarbeiter oder als Inhaftierte der Gestapo verstorben. Alle Toten lagen vorher in Feldgräbern oder zerstreut auf Gemeindefriedhöfen.

Der turmartige Eingangsbau zur Kriegsopferstätte ist geteilt und symbolisiert die damalige Teilung Deutschlands. Angehörige, die östlich der Werra lebten, konnten bis 1989 nur unter schwierigen Umständen die Gräber ihrer Verstorbenen oder Gefallenen besuchen. Das Hochkreuz sowie die Einzelkreuze und Sockelsteine wurden aus Basaltlavatuff gefertigt.

Unter diesem Hochkreuz versammelten sich am 25. Juni 1961 mehrere tausend Besucher, als die Ehrenstätte durch den hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn eingeweiht wurde.

Der Kriegsopferfriedhof wird von der Stadt Bad Sooden-Allendorf im Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge betreut.