Sie sind hier: Der Dritte Ring / Baufortschritt
4.2.2012 : 9:36
Auszeichnungen

UNESCO-Modellprojekt
Bildung für nachhaltige
Entwicklung

Success for Future Award
Platz 1 im Publikumspreis

Engagement im Fokus
Platz 1

Was wir bislang erreicht haben

Am Enno-Narten-Bau sind Mitglieder aus mehr als 50 Jugendbünden beteiligt. Neben den Bünden stehen weitere Burgfreunde, reisende Handwerksgesellen sowie Schulklassen und sogar Herbergsgäste, die sich spontan dazu entschieden haben, die Arbeiten tatkräftig zu unterstützen, auf der Liste der Erbauer.
Im gemeinsamen Bauen möchte die Burg ihrem Anspruch gerecht werden, eine offene, vielfältige Begegnungsstätte unter jugendbewegten Vorzeichen zu sein.

Bauverlauf 2010

Die Grundsteinlegung hat noch im tiefen Schnee stattgefunden, und der Frühling lässt im Jahr 2010 besonders lange auf sich warten. Erst am 26. April wird der erste "Spatenstich" vorgenommen - von einem Kasseler Wölfling mit der großen Baggerschaufel.

Im Mai werden die Erdarbeiten abgeschlossen und der südwestlich der drei Linden liegende Teil des Zeltplatzes hinter die Hecke neben dem Parkplatz verlegt. Hier finden nun zehn Gruppenzelte, ein Materialzelt und ein Versammlungszelt reichlich Platz.

Anfang Juni wird die Bewehrung für die Bodenplatte des Untergeschosses verlegt. Beim Rödeln sind wieder alle Altersgruppen vertreten. Kurz vor dem Kirschenfest wird die Verschalung fertig gestellt, und unmittelbar darauf kann die Bodenplatte gegossen werden.

In der folgenden Woche werden die Betonfertigteile der drei hangseitigen Wände des Untergeschosses gestellt, die Zwischenräume verschalt und die Wände mit Beton ausgegossen. Innerhalb von zwei Tagen ist der bis dahin deutlichste Baufortschritt zu beobachten. 

Bis Ende Juni steht nun Mauern auf dem Programm. Am wichtigsten ist dabei die lange, tragende Rückwand des Untergeschosses, die in der sengenden Sommersonne Reihe für Reihe aufgesetzt wird. Auch mit den nicht tragenden Zwischenwänden wird begonnen.

Am 30. Juni wird die Decke des Untergeschosses geliefert und verlegt – nachdem einer der Sattelzüge nur mit Unterstützung den Burgberg hinauf gekommen ist. Das Untergeschoss ist nun umschlossen, ein ganz neues Raumgefühl entsteht, und wir feiern ein kleines Fest.

In der ersten Julihälfte ändert sich am Baukörper rein äußerlich betrachtet nicht viel. Die Innenwände werden eingezogen, und v. a. werden die Bewehrungen und Verschalungen für die Unterzüge und die Stützpfeiler im Untergeschoss angebracht.

Der 16. Juli ist unser bis dahin längster Arbeitstag – mit 30 Helfern von sechs Uhr früh bis nach Mitternacht. Am 17. werden der das Erdgeschoss umlaufende Ringanker und alle Stützelemente ausgegossen. Und am 21. sind erstmals mehr als 50 Helfer auf der Baustelle.

Ende Juli werden die zahlreichen Türschwellen im Untergeschoss und im Erdgeschoss geschalt und gegossen. Das Untergeschoss wird dort, wo es später mit der Erde in Berührung kommt, durch Bitumenbahnen abgedichtet und im unteren Teil gedämmt. 

Im August werden die Räume im Untergeschoss fertig gestellt. Die Streifenfundamente für den südöstlichen Abgang und für die Bodenplatte der Sommerküche werden gegründet und gegossen, und die Bodenplatte des Erdgeschosses wird für den Holzbau vorbereitet.

Im September dreht sich alles ums Stroh. Die Ernte kommt sehr spät, und es kostet doch einige Mühe, geeignetes Stroh zu beschaffen. In einer Nachtaktion werden die Dachelemente gedämmt, die die Holzbauer bereits für den späteren Einbau vorbereitet haben.

Anfang Oktober wird in der Herbstsonne die Bodenplatte für die Sommerküche gegossen und die Bewehrung des Sockels für die rückwärtigen Lagerräume vorbereitet. Das Gebäude hat damit seine endgültige Länge erreicht, und der Holzbau kann in Angriff genommen werden.

Mitte Oktober treffen die vorgefertigten Holzwände ein, und die Geschosse wachsen in die Höhe. Weil auch die Deckenelemente schon vorbereitet sind, kann der Gebäudekern innerhalb einer Woche gestellt werden. Der Bau kommt wieder einen sichtbaren Schritt voran.

Am 22. Oktober 2010 feiern etwa 250 Erbauer im Erdgeschoss des Neubaus das Richtfest. Bis zu diesem Zeitpunkt sind rund 10.000 freiwillige Arbeitsstunden auf der Baustelle geleistet worden. Mit Stroh und Lehm geht es jetzt aber erst richtig los.

Ende Oktober werden sämtliche für die Dämmung vorgesehenen Strohballen vor den Herbststürmen sicher im Erdgeschoss verstaut. Der Enno-Narten-Bau wird zeitweilig zur Scheune. Ebenfalls im Erdgeschoss wird außerdem noch eine erste Holzwerkstatt eingerichtet.

Anfang November wird mit der Strohdämmung der Gebäuderückwand begonnen. Gleichzeitig werden als Ausgleichsmaßnahme am Eselspfad umfangreiche Rodungen vorgenommen. Erstmals sind an einem Tag hundert Helfer im und um den Bau im Einsatz.

Ende November wird der Rohbau winterfest verpackt, und im Dezember liegt er vom ersten bis zum letzten Tag unter einer dicken Schneedecke. Gebaut wird trotzdem, so dass die Holzheizung im Keller die Burg schon ab dem Jahreswechsel mit Wärme versorgt.

Bauverlauf 2011

Mit der Winterbauhütte beginnt das neue Jahr am ersten Januarwochenende gewohnt schwungvoll. Mehr als 120 Bauhelfer sind vor Ort und entkernen unter anderem die ehemaligen Zelteranlagen im Bilsteinflügel, um sie für den Bezug durch das Archiv vorzubereiten.

Mitte Januar legt der Winter eine Pause ein. Während sich im Werratal weite Seenlandschaften bilden, wird auf der Burg die Gelegenheit genutzt, um endlich die lange Reihe der selbst gegossenen Fundamente für die Galerie in den Boden zu bringen.

In der ersten Februarhälfte wird mit der Unterstützung durch frei reisende Gesellen der Treppenabgang an der Südostseite gebaut. Mit diesem letzten größeren Betonelement können die Rohbauarbeiten im Untergeschoss endlich abgeschlossen werden.

Ende Februar werden rund um den Burgberg die örtlichen Naturbaustoffe erschlossen. Mit abenteuerlichen Transportmethoden werden Mengen schwergewichtiger Sandsteinblöcke zur Baustelle gebracht, bis sich vor dem Neubau ein ansehnliches Steinmeer ausbreitet.

In der ersten Märzhälfte eröffnet dort, wo später die Veranda stehen soll, eine Steinmetzwerkstatt ihre Pforten. Die unförmigen Brocken werden in Form gebracht und je nach Eignung zu Pflastersteinen oder zu Mauersteinen verarbeitet.

Mitte März entsteht aus den nahezu rechtwinklig behauenen Mauersteinen mit sorgfältig geglätteten Oberflächen der große Kochblock für die Sommerküche, der zum Frühlingsanfang fertig gestellt wird und Raum für zwei Kochstellen bietet.

Ab Ende März wird der Einbau der Fenster in Angriff genommen. Vor allem die für Ludwigsteiner Verhältnisse riesigen, dreifach verglasten Türen auf der Südseite wiegen schwer und erfordern bei einigem Körpereinsatz zugleich viel Fingerspitzengefühl.

Im April herrschen nahezu sommerliche Temperaturen. Um Ostern können die Planen um den Bau aufgerollt werden, und von den vielen Helfern, die nun wieder auf der Baustelle sind, wird die Lehmschlämme auf die Strohballen in den Gefachen aufgetragen.

Ende April trifft der Holzbau für die Sommerküche ein. Die ersten Kreuze für Galerie und Vordach werden aufgestellt, und nachdem die Sparren aufgebracht sind entsteht ein erster Eindruck davon, welchen Raum das Dach überspannen wird.

Anfang Mai erhält die gesamte Südfassade ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Die Balken, die das Dach und die Galerie tragen werden, und die in ihrer Form an Kohten erinnern, werden auf die im Winter vorbereiteten Fundamente gesetzt.

In der zweiten Maihälfte wird vor allem gelehmt, und hier können wieder alle helfen. Auch Schulklassen aus der Region nutzen die Gelegenheit, einen Tag mit zu bauen. Die Menge an Lehm, die beim Verputzen der Strohballen verarbeitet wird, ist immens.

In der ersten Junihälfte wird das Dach gedeckt. Weil die Dachelemente schon im September des Vorjahres gedämmt und die Strohballen mit einer Lehmschicht versehen worden sind, bleiben die unfallträchtigen Dacharbeiten überschaubar.

In der zweiten Junihälfte erwartet die Helfer eine eher ungewöhnliche Aufgabe: Mehr als 23.000 große Schrauben müssen in den Holzboden des Obergeschosses gedreht werden, um für einen sicheren Verbund der Holz-Verbund-Decke zu sorgen.

Anfang Juli wird die Decke mit im Erdgeschoss aufgestellten Drehsteifen leicht nach oben gedrückt und über den Schrauben eine gleichmäßige Betonschicht aufgebracht, die durch ihre Masse hilft, die Schwingung der frei tragenden Decke zu vermindern.

In der zweiten Julihälfte kann nach eineinhalb Jahren Bauzeit die 20.000. freiwillig geleistete Arbeitsstunde vermeldet werden. Damit waren im Schnitt täglich acht Helfer auf der Baustelle - und die Planungsleistungen sind noch nicht berücksichtigt.

Ende Juli steht die Gestaltung der langen Nordfassade auf dem Programm. Nachdem die Strohballen mit Lehm verputzt sind, wird hier eine Holzverschalung aus unbehandelter Lärche aufgebracht, die das Haus auf der Wetterseite schützen wird.

Im August reisen zwei Dutzend Gesellinnen und Gesellen unterschiedlicher Gewerke zu, die ihre Fähigkeiten für mehrere Wochen in den Bau einbringen. Unter anderem entstehen in dieser Zeit die Innentüren, die aus massiver Eiche gefertigt werden.

Mitte August findet die Sommerbauhütte statt. Die Innenwände aus Reet werden zum großen Teil eingebaut, eine umlaufende Installationsebene wird eingezogen, und es wird damit begonnen, den Lehmunterputz aufzutragen.

Die Vorbereitung des Kamins geht zügig vonstatten und lässt die Bauhüttenmannschaft von langen Singeabenden träumen. Dagegen stellt die Elektroinstallation die Fachleute bis in den September hinein vor besondere Herausforderungen.

Während der letzten warmen Sommertage wird der Unterputz im Außenbereich im September im Wesentlichen abgeschlossen. Aber an den hohen Reetwänden im Inneren des Gebäudes müssen noch einige Tonnen Lehm verarbeitet werden.

In der ersten Oktoberhälfte werden die Wände im Innenbereich fertig gestellt, und der restliche Lehmunterputz wird verarbeitet. Im Erdgeschoß wird durch das Aufbringen von Schweißbahnen die Verlegung des Fußbodens vorbereitet.

In der zweiten Oktoberhälfte wird mit Hilfe einer Putzmaschine der Feinputz im Außenbereich aufgetragen. Der Lehm muss zügig von Hand geglättet werden - und dass die kalte Jahreszeit unmittelbar bevorsteht, macht sich bereits unangenehm bemerkbar.

Anfang November sind an einem Tag 150 Helfer am Werk - und 30.000 Baustunden werden überschritten. Auf den Ausgleichsflächen stehen Fällen, Rücken und Roden auf dem Programm. Das anfallende Holz wird als Brennholz hinter dem Bau gestapelt.

Mitte November wird die vor einigen Monaten begonnene Sandsteinpflasterung der Sommerküche abgeschlossen. Durch zugereiste Gesellen und Freiwillige aus den Bünden ist nun bis zum Jahresende eine siebenköpfige Kernmannschaft ständig auf der Burg.

In der zweiten Novemberhälfte werden die Trockenbauwände für die Sanitärräume gestellt und die Installationen für Duschen, Waschbecken und WCs vorgenommen. Ende November ist - nach tagelangem Abreiben - der Feinputz im Innenbereich fertiggestellt.

Der Dezember bleibt mild und schneefrei - allerdings auch feucht, so dass der Lehmputz nur langsam trocknet. Zwischenzeitlich wird im Obergeschoss die Decke mit Gipsfaserplatten abgehängt und die Verka- belung für die Rauchmeldeanlage dahinter versteckt.

Ab Mitte Dezember darf endlich wieder einmal mit Holz gearbeitet werden. Die Bretter für die Tür- und Fen- sterlaibungen werden zugeschnitten, zusammengebaut, mit einer Schutzschicht versehen und montiert. Am Ende werden die Kanten mit Lehm aufgeputzt. 

Bauverlauf 2012

Das Jahr beginnt gleich mit einem neuen Rekord: Auf der Winterbauhütte Anfang Januar leisten 170 Bauhelfer mehr als 1.750 Arbeitsstunden - diesmal allerdings zum Teil auch schon wieder auf der Kernburg. Am Enno wird weiter gepflastert, gestrichen und die Decke abgehängt.

Ausführlichere Berichte und zahlreiche Bilder enthält unser Bautagebuch.

   31.744 Arbeitsstunden

 wurden bis 17.01.12 freiwillig erbracht

 Der Enno-Narten-Bau am 25.01.12

Ansprechpartner am Bau

Bauplanung

 Meike Pilsl
 BdP Stamm Roter Löwe

Bauleitung

 Gunthard Stübiger
 Fahrende Gesellen

Polier

 Johannes Kaltenecker (kafe)
 Pfadfinderschaft Grauer Reiter

Bauhelfervoranmeldung

 Annemarie Selzer (Schlumpf)
 Kranichschar Azur

Bauhelferbetreuung

 Yannik Kötter (Herr Fritz)
 BdP Stamm Wichmarinchusen

 Marc Wahren
 CPD Stamm Ulrich von Hutten

 Gunthard Stübiger (li.)
 Meike Pilsl (Mi.)
 Johannes Kaltenecker (re.)

 Planerin Meike Pilsl (li.)
 Bauherrin Eva Eisenträger (Mi.)
 Schirmherr Landrat Reuß (re.)