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20.5.2013 : 17:22

BNE – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Gemäß unserer jugendbewegten Wesensmerkmale  Eigenverantwortung, Selbsttätigkeit, Offenheit, Gemeinschaft, Gestaltungskraft, Naturnähe und Unternehmungsgeist haben wir in den vergangenen Jahren das Prinzip der Nachhaltigkeit in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht auf der Burg verankert und im Zusammenhang mit der Anerkennung als Dekade-Projekt (2007/2008) das bestehende Burgprofil mit den Kriterien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung in Einklang gebracht. Resultat sind steigende TN-Zahlen unserer Schulklassenprogramme und die regionale Anerkennung der Jugendburg als Drehscheibe und Kommunikationsort nachhaltiger Bildungsprozesse der alle Burggäste, Burgfreunde und Mitarbeiter im aktiven Beteiligtsein einschließt. Aktuell bewerben wir uns unter dem Titel "Wir wagen den dritten Ring" - Akteurs- und Kompetenzerweiterung einer verankerten Bildung für nachhaltige Entwicklung durch die bauliche Erweiterung der Burg Ludwigstein“ um eine erneute Anerkennung als Dekade-Projekt.

In der praktischen Umsetzung haben wir unseren Raumpatenkreis und die saisonalen Jugendbauhütten im Sommer und Winter auf das ganze Jahr als Jugendbaustelle ausgedehnt, damit an allen Bauphasen jugendbewegte Gruppen, Schulklassen oder andere Baugäste beteiligt werden können. Diese Bauphasen gestalten wir als permanenten Lernprozess, bei dem die Fachkräfte des Bauhüttenkreises gemeinsam mit Freiwilligen (FJD, FSJ, FÖJ, ZDL) die ehrenamtlichen Bauhelfer in ökologisch-nachhaltigen Bauweisen gezielt unterweisen und qualifizieren, wie man u.a. auch diesem Beitrag des Hessischen Fernsehens entnehmen kann.

Um den Akteurskreis dauerhaft zu erweitern, entwickeln wir am Enno-Narten-Bau mehrere Bildungsmaßnahmen gezielt in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Seminare zum ökologischen Stroh- und Lehmbau für Bauhelfer/innen und Bauhüttenkreis finden in Kooperation mit dem in Witzenhausen ansässigen Kompetenzzentrum Hessen-Rostoffe (Hero) und der Bioregion Werratal statt.

Parallel fördern wir über Tagungen wie der Meißnernacht 2010 sowohl den wissenschaftlichen Austausch zu nachhaltigem Bilden und Bauen als auch gezielt eine konstruktive Netzwerkbildung. Im kommenden Jahr werden wir im Rahmen einer Ringvorlesung weitere Aspekte zum Thema Nachhaltigkeit und Jugendbewegung aufgreifen und diskutieren.

Über das Neubauprojekt hinaus flankieren die BNE-Kriterien inzwischen jedes unserer permanent angebotenen Schulklassenprogramme, die Kinder und Jugendliche generell zum Erforschen und sich Ausprobieren anregen. Das an unsere zahlreichen Ludwigsteiner Schulklassen gerichtete Wochenprogramm „Fair-Führung im Regenwald“ thematisiert u.a. Nachhaltigkeit am vergleichenden Beispiel nordhessischer Wälder mit dem tropischen Regenwald und wurde in Zusammenarbeit mit dem entwicklungspolitischen und auf fairem Handel basierenden Projekt „WeltGarten Witzenhausen“ entwickelt.

„Mittelalter zum Anfassen“ richtet sich an Grundschüler/innen und thematisiert u.a. den sparsamen Umgang mit Ressourcen am Beispiel des Wassermangels auf einer Burg. In Kooperation mit örtlichen Bürgerinitiativen und als Mitglied im Bundesverband der ANU problematisieren wir auf unseren „Werra-Kanutouren“ die gewässerökologischen Folgen der andauernden Salzeinleitungen durch die Kali und Salz AG und für unsere „History-Trekking-Programme“ entlang der ehemaligen DDR-Grenze ersetzten wir aufwändige Bustransfers durch moderne Fahrräder, um gemeinsam mit den Jugendlichen unseren ökologischen Fußabdruck zu optimieren.

Ein Planspiel zur Globalisierung steht im Zentrum unseres Partizipationsprojekts „Schülerschule“ bei dem Schülerlehrer aus 9. Hauptschulklassen anderen Schulklassen Unterricht erteilen. Im internationalen Projekt „Der zehnte Brief“ folgen im kommenden Jahr deutsche und polnische Jugendliche gemeinsam mit tansanischen Jugendlichen den Spuren des Pazifisten und Zivilisationskritikers Hans Paasche in Afrika. Im Juli 2010 organisierten wir für 170 vom Hochwasser betroffene polnische Kinder und Jugendliche aus Wilkow „Ferien vom Hochwasser“ und wurden dafür ausgezeichnet.

Jetzt im Winterhalbjahr arbeiten wir im Burgteam in Profilwerkstätten an der weiteren Optimierung des Burgprofils, das sich unseren jugendbewegten Wesensmerkmalen orientiert. Die erfolgreiche Teilnahme des Ludwigsteins am 1. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit ist hierfür weiterer Ansporn.