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20.4.2014 : 5:10

Archiv der deutschen Jugendbewegung

Das Archiv ist eine gemeinsame Einrichtung des Landes Hessen und der Jugendburg Ludwigstein und vertritt auf der Burg Wissenschaft und Forschung. Es sammelt und sichert die Dokumente der deutschen Jugendbewegung und deutscher Jugendverbände von etwa 1890 bis heute.

Die bürgerliche Jugendbewegung entstand im deutschen Sprachraum seit dem letzten Jahrzehnt des 19. Jh. Sie entwickelte sich zu einem faszinierenden Mikrokosmos der Gesellschaft und brachte Ideen und Wertvorstellungen, utopische Entwürfe und Stilformen hervor, die die bürgerliche Mentalität und Kultur stark beeinflussten. Viele Aufbruch- und Reformbewegungen des 20. Jh. waren und sind mit der Jugendbewegung eng verbunden.

Das Archiv wurde 1922 als Reichsarchiv der deutschen Jugendbewegung gegründet. Trägerin war die damalige Vereinigung zum Erwerb und zur Erhaltung der Burg Ludwigstein bei Witzenhausen an der Werra.

1941 wurde das Archiv für das Reichsinstitut für nationalsozialistische Jugendarbeit in Berlin beschlagnahmt. Dort ging es in den Kriegswirren verloren.

So musste der Bestand seit dem Zweiten Weltkrieg im Auftrag der 1945 neu gegründeten Vereinigung Jugendburg Ludwigstein e. V. vollständig neu aufgebaut werden.

1970 wurde das Archiv Teil der Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deutschen Jugendbewegung, in deren Eigentum es sich bis heute befindet. Im gleichen Jahr wurde es in die Liste national wertvoller Archive aufgenommen.

Im Rahmen eines 2003 abgeschlossenen Depositalvertrages wird das Archiv seit 2004 als Außenstelle vom Hessischen Staatsarchiv Marburg verwaltet.

Als wissenschaftliche Einrichtung fördert das Archiv die Erforschung der deutschen Jugendbewegung u. a. durch Ausstellungen, Veröffentlichungen und Tagungen. Ein Wissenschaftlicher Beirat initiiert und begleitet diese Projekte. Finanzielle Unterstützung gewährt die Stiftung Dokumentation der Jugendbewegung.

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören als Mitglieder an:                                   Prof. Dr. Barbara Stambolis (Paderborn), Prof. Dr. Hans-Ulrich Thamer (Münster); Prof. Dr. Meike Sophia Baader (Hildesheim), Prof. Dr. Eckart Conze (Marburg), Dr. Gudrun Fiedler (Stade), Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Leipzig), Prof. Dr. Diethart Kerbs (Berlin), Dr. Rolf Koerber (Meißen), Hannes Moyzes (Varel), Prof. Dr. Detlef Siegfried (Kopenhagen)

Die Leitung des Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-MailArchivs obliegt Dr. Susanne Rappe-Weber.